US-Soldat benutzte Koran für Zielübungen: Empörung bei irakischen Stammesführern
- Scharfschütze wurde sofort von Einsatz abgezogen
- Streitkräfte entschuldigten sich bei örtlichen Führern

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Ein amerikanischer Scharfschütze hat im Irak eine Ausgabe des Korans für Zielübungen verwendet und damit große Empörung ausgelöst. Den Angaben zufolge fanden irakische Polizisten den durchlöcherten Koran in der Ortschaft Radwaniya westlich von Bagdad. Der Soldat sei nach dem Vorfall aus dem Land abgezogen worden, teilten die US-Streitkräfte mit. In einer Zeremonie wurde den Stammesführern ein neuer Koran überreicht, der zuvor von einem US-Soldaten geküsst wurde. Bei der feierlichen Übergabe bat Generalmajor Jeffery Hammond um Entschuldigung. Er verlas außerdem ein Entschuldigungsschreiben des Scharfschützen.
Gegen den Soldaten wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet, wie ein Militärsprecher mitteilte. Die Streitkräfte bezeichneten den Vorfall als ernst und äußerst beunruhigend. Die Soldaten seien normalerweise professionell und respektierten alle Glaubensrichtungen.
Demonstration geplant
Die Stammesführer hatten zunächst einen Demonstrationszug geplant. Er wurde jedoch unter Druck der US-Armee und aus Angst vor Racheakten von Aufständischen abgesagt. Die konservative Vereinigung muslimischer Gelehrter verurteilte den Vorfall als "abscheuliche Tat gegen das Buch des allmächtigen Gottes". Auch der Prediger der Moschee von Radwaniya sagte, dass die örtlichen Anführer empört gewesen seien. Sie hätten aber die Entschuldigung akzeptiert.
Die Zusammenarbeit zwischen US-Soldaten und sunnitischen Stammesführern war ein wichtiger Grund für den deutlichen Rückgang der Gewalt im Irak im vergangenen Jahr. Allerdings gibt es immer wieder Rückschläge.
(apa/red)
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