ÖVP zittert im Tiroler Wahlkampf: Verlust
des Vorsitzes der Landesregierung droht
- NEWS: Van Staa mit letzter Amtsperiode zufrieden
- "Koalition Rot-Grün-Dinkhauser wäre Chaos-Partie"

·NEWS: Wahlkampf in Tirol immer brutaler
Dinkhauser ist gekränkt:
"Widerlicher VP-Angriff"
Die "Hackl'n" fliegen in Tirol, knapp vor der Wahl, immer tiefer: Vetternwirtschaft und Begünstigung, Fritz Dinkhauser angepatzt (wegen AK-Geldern), die Familie van Staa ("günstiger" Grundstückserwerb des Sohnes) in ihrer Ehre angegriffen, der Staatsanwalt aktiv.
Das ÖVP-Drama - der sichere Verlust der absoluten Mehrheit und die reale Angst, erstmals seit 1945 selbst den Landeshauptmann zu verlieren - hat die Nerven blankgescheuert. So sehr, dass Landeschef Herwig van Staa, 66, seine bislang sechsjährige Amtszeit so charakterisiert: "Persönlich war es eher strapaziös, eine gewaltige Belastung, mit der ich so nicht gerechnet habe. Weil alles, was man an Reformen unternimmt, überall Beleidigte hinterlässt."
Tirol und der "g'studierte" Schwiegersohn von Wallnöfer.
Van Staa weiß es selber: Er hatte es nie leicht mit den Tirolern. "Ich war immer die Zielscheibe aller politischen Mitbewerber inner- und außerhalb der Partei. Das hinterlässt Spuren." Und das, obwohl van Staa durch Gattin Luise, die Tochter der Tiroler Legende Eduard Wallnöfer, in die landespolitisch prominenteste Familie einheiratete. Die Wertschätzung für die Wallnöfers dauert nach wie vor an.
"Noch 5 Jahre, wenn's ihr mi lossts."
Van Staa kämpft mit aller Kraft um seine Lebensplanung, zehn Jahre als Tiroler Landeshauptmann zu amtieren. "Trotz sachlicher Differenzen sagen sehr viele: Ich soll in einer zweiten Regierungsperiode das zu Ende bringen, was ich für Tirol begonnen habe. Wenn das möglich ist, werde ich manche Dinge viel kompromissloser als bisher angehen. Etwa gewisse Negativerscheinungen, die sich da und dort sowohl in der Partei wie auch im Gefüge landesnaher Unternehmen eingeschlichen haben. Die sind zu beseitigen."
Ruhigen Gewissens gehe er in die Wahl. Weil "ich seit 2003 die sicher besten fünf Jahre Tirols mitgestalten konnte". Wenn "d' Leut wollen, mache ich weiter. Denn wenn Rot-Grün-Dinkhauser die Regierung stellen könnten, wäre das nicht nur eine Wackelregierung, sondern eine Chaos-Partie. So was hat sich Tirol wirklich nicht verdient."
"50:50 Chance"
Darum kämpfe er, dass sich trotz schärfsten Gegenwinds noch alles ausgeht: "Ich bin in meinem Optimismus, der zuletzt gelegentlich von Zweifeln durchzogen war, gestärkt. Wir können das Wahlziel erreichen. Es lautet: Keine Regierung jenseits der ÖVP, sondern nur mit der ÖVP. Wenn sich dieses Szenario ausgeht, werde ich Landeshauptmann bleiben. Die Chancen dafür stehen 50:50."
Mehr zum Tiroler Wahlkampf lesen Sie im aktuellen NEWS 21/08!
Fall Heidrun Wastl13:58
Die irre BeichteTatverdächtiger Erich W. spricht von Unfall - "Ich habe sie vermutlich getroffen"
Anders Behring Breivik19:11
War er Einzeltäter?Norwegens Polizei ist sicher, dass der Attentäter die Anschläge allein ausgeführt hat
