Verhärtete Fronten bei Gesundheitsreform:
Ärztestreik-Drohung für Kdolsky 'skandalös'
- Ärztekammer-Präsident:"Wir werden nicht aufgeben"
- Dorner hofft auf gute Gespräche mit Regierungsspitze
·Kdolsky will Reform unbedingt umsetzen
NEWS: Ministerin bleibt trotz scharfer Kritik hart
·Arzt-Ordinationen schließen während EM
Streik: Sollen für drei Tage zugesperrt werden
·NEWS: Statements der Reform-Gegner
Kritik kommt aus SPÖ, ÖVP und Ärztekammer
·Gegnerschaft der Gesundheitsreform
Wer warum dagegen
auf die Barrikaden steigt
·"Man will uns zu Marionetten machen"
Ärzte machen gegen Gesundheitsreform mobil

Die Fronten im Konflikt um die Gesundheitsreform bleiben verhärtet. Während Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky den angedrohten Ärztestreik als "skandalös" bezeichnete, bekräftigte Ärztekammer-Präsident Walter Dorner den Streikwillen der Mediziner. "Wir werden nicht aufgeben", so Dorner. Er hofft aber nun auf Gespräche mit der Regierungsspitze. Man werde die Vorschläge der Ärzte Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und Vizekanzler Wilhelm Molterer zusenden.
Dorner habe Molterer schon einen Brief geschickt und hoffe nun, "dort ein gutes Gespräch aufbauen zu können". Ob das fruchten wird, bleibt abzuwarten. Gusenbauer und Molterer zeigten sich bislang von den Drohungen der Ärzte unbeeindruckt gezeigt. Wenig Verständnis für die angedrohten Streiks zeigte in der "ZiB24" auch WGKK-Direktor Jan Pazourek.
Ärzte-Tonfall unangemessen
Er bezeichnete auch den Tonfall der Ärzte als "unangemessen". Den angekündigten mehrtägigen Ordinationsschließungen während der EURO im Juni will Pazourek in Wien mit einem "Auffang-Angebot" in den Ambulatorien entgegenkommen. Es hoffe aber nicht, dass es dazu kommt, so Pazourek.
Säbelrasseln & schrille Töne
SPÖ-Gesundheitssprecherin Sabine Oberhauser hat zu einer Versachlichung der Gesundheitsdebatte aufgerufen. "Die schrillen Töne der letzten Tage und das Säbelrasseln bringen uns nicht weiter", so Oberhauser in einer Aussendung. Die "massive Streikdrohung" der Ärztekammer bezeichnete Oberhauser, die selbst Ärztin ist, als "überzogen".
Druck auf die Länder
Gesundheitsexperten erwarten durch die jetzt von der Regierung geplante Reform zur Sanierung der Krankenkassen auch einen zunehmenden Druck auf die Länder für eine Spitalsreform. Die beiden Gesundheitsökonomen Christian Köck und Ernest Pichlbauer begründeten im Gespräch mit der APA diese Einschätzung damit, dass sich mit der Reform die Zahl der niedergelassenen Ärzte verringern werde und die Patienten deshalb verstärkt in die Spitäler gehen würden. Das wiederum werde für die Länder als Spitalserhalter Mehrkosten bedeuten. Mit der Richtung der nun in Begutachtung befindlichen Reform sind beide Experten grundsätzlich einverstanden, auch wenn sie sich größere Schritte vorstellen hätten können.
(apa/red)
Fall Heidrun Wastl13:58
Die irre BeichteTatverdächtiger Erich W. spricht von Unfall - "Ich habe sie vermutlich getroffen"
Anders Behring Breivik19:11
War er Einzeltäter?Norwegens Polizei ist sicher, dass der Attentäter die Anschläge allein ausgeführt hat
