Autofahrer müssen jetzt ganz tapfer sein:
Benzinpreise gehen weiter auf Rekordjagd
- Prognose: "Der Aufwärtdsdruck wird weiter anhalten"
- Keine Transparenz: Preise mehrmals täglich geändert

·Falscher Reifendruck verschlingt viel Benzin
Viele Autofahrer unter- schätzen die Auswirkung
·Minister Pröll bleibt bei Biosprit auf Kurs
Deutschland stoppte seine Biosprit-Verordnung
Österreichs Autofahrer mussten in den letzten Tagen besonders tapfer sein. Nach einem Rekordpreis am Donnerstag gab es noch mal einen Zuschlag: Laut ARBÖ verteuerte sich Diesel im Schnitt um 2 Cent auf 1,355 Euro pro Liter. Eurosuper zog um 1,2 Cent auf 1,323 Euro an. Und auch am Weltmarkt erreichte die US-Sorte West Texas Intermediate stieg auf 127,43 Dollar einen neuen Höchstpreis.
Das sind 3,31 Dollar mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg um 2,77 Dollar auf 125,40 Dollar. "Der Aufwärtsdruck auf leichte Ölsorten wird weiter anhalten", sagte Analyst Eugen Weinberg von der Commerzbank. Ein düsterer Ausblick kam auch von dem US-Investmentbank Goldmann Sachs: Er hat die Vorhersage für den durchschnittlichen Ölpreis für die zweite Jahreshälfte von 107 auf 141 Dollar je Barrel (159 Liter) angehoben.
Preistransparenz sinkt
Während tanken zu einem Luxus wird - an elf Tankstellen kostet laut ARBÖ Diesel schon mehr als Super plus -, sinkt die Preistransparenz für die Autofahrer. Wie berichtet kommuniziert die OMV Änderungen bei den Richtpreisen künftig nicht mehr über Medienmitteilungen, sondern verkündet dies nur mehr auf ihrer Homepage. Dazu kommt, dass die Mineralölindustrie laut ÖAMTC dazu übergegangen ist, die Preise an den Tankstellen mehrmals täglich zu ändern. Damit solle es den Autofahrern "offensichtlich unmöglich gemacht werden, Preise zu vergleichen", so der ÖAMTC.
Mineralölindustrie verteidigt sich
Christoph Capek, Geschäftsführer des Fachverbandes der Mineralölindustrie, lässt das nicht gelten: "Die aktuellen Preise passen sich den Marktveränderungen rasch an und sind für die Konsumenten sowie die Mitbewerber im Vorbeifahren an den Tankstellen deutlich wahrnehmbar." Vom ÖAMTC hingegen hieß es: "Auch für Kakao oder Getreide gibt es zum Beispiel schwankende Börsenpreise, aber kein Supermarkt wechselt bis zu sechsmal täglich seine Preise für Schokolade oder Mehl." (apa/red)
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