Mittwoch, 9. September 2009

Nehmen Sie sich Ihr Kind lieber zur Brust: Stillen fördert Immunystem UND Intelligenz

  • Flaschenkinder tun sich schwerer beim Lesen lernen
  • Emotionale Umgebung beim Stillen fördern das Baby

Stillen fördert nicht nur das Immunsystem eines Kindes, sondern auch dessen geistige Entwicklung. Eine kanadische Studie liefert den bisher deutlichsten Beleg dafür, dass Stillen die Intelligenz steigert. Zwar gab es solche Hinweise auch schon in der Vergangenheit. Diese beruhten aber lediglich auf dem nachträglichen Vergleich von Menschen, die in der Kindheit die Mutterbrust erhalten hatten, mit anderen Personen, die per Flasche gefüttert worden waren.

Nun untersuchten Forscher der Universität Montreal 14.000 Kinder, die in weißrussischen Kliniken zur Welt kamen. In einem Teil der insgesamt 31 Krankenhäuser wurden die Eltern dazu angehalten, ihre Kinder zu stillen, in den übrigen Krankenhäusern dagegen nicht.

Im Alter von etwa 6,5 Jahren waren die gestillten Kinder tatsächlich intelligenter, wie die Kinderärzte im Fachblatt "Archives of General Psychiatry" schreiben. In Intelligenztests schnitten sie besser ab. Auch laut den Bewertungen der Lehrer konnten die gestillten Kinder durchschnittlich besser lesen und schreiben.

Auf die Emotionen kommt es an!
Worauf dieses Phänomen beruht, ist nicht geklärt. Möglicherweise fördern Inhaltsstoffe der Muttermilch wie etwa essenzielle Fettsäuren oder Wachstumsfaktoren die kognitive Entwicklung. Aber beim Stillen könnten auch die emotionale Umgebung oder die verbale Mutter-Kind-Interaktion eine Rolle spielen, mutmaßen die Forscher. (APA/red)

9.9.2009 12:09