Mittwoch, 14. Mai 2008

Schockmomente lösen infarkt-ähnliche Symptome aus: Eher ältere Frauen betroffen

  • Mediziner tun sich bei Diagnose noch sehr schwer
  • Krankheit nach Tintenfischfalle benannt: Tako-Tsubo

Der Tod eines Angehörigen, ein schwerer Unfall oder ein heftiger Streit: Ein schwerer Schock kann Symptome verursachen, die einem Infarkt ähneln. Wenn der Körper massiv Stresshormone ausschüttet, kann die hohe Konzentration das Herz schwer schädigen. Diese Stress-Kardiomyopathie trifft meist ältere Frauen.

Die Symptome, vor allem Brustschmerzen, sind denen eines Infarktes so ähnlich, dass selbst Mediziner sie nur schwer davon unterscheiden können, wie Birke Schneider von den Lübecker Sana-Kliniken in der "Deutschen Medizinischen Wochenschrift" berichtet. Allerdings führt die Stress-Kardiomyopathie nicht zum Absterben von Herzmuskelzellen. "Die Herzkranzgefäße sind häufig unauffällig", betont die Ärztin. "Das Herz kann sich vollständig erholen."

Die richtige Diagnose stellen Kardiologen oft erst bei einer Katheter-Untersuchung. Dabei erkennen sie die für die Erkrankung typische Verkrampfung des Herzmuskels, bei der die linke Herzkammer die Form eines Kruges mit kurzem Hals annimmt. Da dies einer in Japan gebräuchlichen Tintenfischfalle ähnelt, wird die Krankheit auch wie diese Tako-Tsubo genannt.

Tako-Tsubo
An der Lübecker Klinik wurde Tako-Tsubo in den vergangenen Jahren bei insgesamt 29 Frauen und vier Männern diagnostiziert. Alle Patienten waren zwischen 68 und 80 Jahre alt und hatten einen schweren Schock erlitten. (APA/red)

14.5.2008 09:32