Powerset startet mit semantischer Suche: Stärke liegt in Beantwortung von Fragen
- Suchmaschine zunächst auf Wikipedia beschränkt
- Semantic Web arbeitet mit natürlicher Sprache

·Powerset startet mit semantischer Suche
Genaue Resultate und Beantwortung von Fragen
·Semantic Web will endlich durchstarten
Beschwerlicher Weg von den Daten zur Bedeutung
·Kollektive Intelligenz
auf dem Vormarsch
Web-2.0-Pionier O'Reilly ortet Internet-Fortschritte
Das kalifornische Start-up Powerset hat sein Suchangebot für Wikipedia gestartet. Dabei handelt es sich um das erste Produkt des Unternehmens, in dem seine Methode für die kontext-basierte Suche zum Einsatz kommt.
"Damit wird die Wikipedia-Suche neu erfunden", so Powerset. Die Verwendung von Stichworten ist zwar nach wie vor möglich, die Stärke des neuen Systems soll sich aber bei Anfragen unter Verwendung von Phrasen oder Fragen offenbaren. "Statt nur eine Liste blauer Links anzuzeigen, gibt Powerset genauere Suchresultate und beantwortet Fragen oft direkt", sagt Product Manager Mark Johnson anlässlich des Servicestarts.
Anzeige von Factz
Gerade die Möglichkeit, statt nur mit Stichworten im Sinne der "natürlichen Sprache" mit ganzen Phrasen oder ausformulierten Fragen zu suchen, sieht Powerset als einen Vorteil des eigenen Systems. Bei der Wikipedia-Suche werden bei vielen Anfragen zum schnellen Überblick sogenannte "Factz" angezeigt, Informationen, die nach Angaben des Unternehmens aus mehreren Wikipedia-Einträgen zusammengetragen werden. Dazu kommen die Links zu als relevant identifizierten Einträgen. Folgt ein Anwender einem Link der Suchergebnisse, wird er nicht einfach zur normalen Wikipedia umgeleitet. Stattdessen begleitet Powerset den Nutzer und erlaubt ein einfacheres Navigieren und ein schnelles Suchen im Artikel. Die Suche ist zum Start allerdings auf die englischsprachige Wikipedia beschränkt, deutschsprachige Fragen liefern allenfalls zufällig passende Beiträge der englischen Enzyklopädie.
Dass die Kontext-basierte Suche Zukunft hat, bestätigte Thomas N. Burg, Web-2.0-Experte und Geschäftsführer von Socialware, schon im Oktober 2007. Allerdings sind manche Experten skeptisch, ob die Zeit schon reif dafür ist oder ob nicht Stichworte für die Praxis noch ausreichen. "Powerset hat eine interessante Technologie, die die meisten Leute derzeit nicht wirklich brauchen", meint Danny Sullivan, Such-Experte von Search Engine Land.
Skepsis vor Ausweitung
Die Ausweitung der semantischen Suche auf größere Teile des Webs könnte sich als schwierig erweisen. Sulllivan betont, dass die inhaltliche Analyse der Webseiten einen hohen Rechenaufwand erfordere und zweifelt gegenüber der New York Times daran, dass Powerset sein Angebot in absehbarer Zeit auf das gesamte Web ausweiten könne. "In den kommenden Monaten werden wir bei Powerset unsere Produktangebote um zusätzlichen Premium-Content und aufregende neue Features erweitern", verspricht indes das Unternehmen selbst und betont, dass Wikipedia nur ein Anfang sei.
(pte/red)
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