Mittwoch, 14. Mai 2008

'Sex in the City' - Kim Cattrall in Wien: Das Interview mit dem Star zum Kult-Film

  • PLUS: Die Life-Ball-Queen jenseits von 'Samantha'
  • Cattrall: "Habe jahrelang nach gutem Sex gesucht"

Erotik-Beichte. Die Life-Ball-Queen jenseits von „Samantha“: Die Geschichte des O. – warum sie für ihren ersten Höhepunkt gleich dreimal heiraten musste.

Zugegeben, „Sex and the City“ hat nicht zuletzt dank ihr globalen Kultstatus. Doch im Vergleich zu Kim Cattralls leidvollem Echt-Leben ist das tiefenpsychologische Bettgeflüster ­ihres Serien-Alter-Egos „Samantha“ nur müder Abklatsch. Man(n) höre und staune – die 51-jährige Blondine brauchte nicht weniger als drei Ehen bis zum ersten Höhepunkt. Doch der hatte es in sich. Ein Jahrhundert-Beben, das Cattrall unter dem Titel „Satisfaction – Die Kunst des weiblichen Orgasmus“ sogleich literarisch verarbeitete – um ­dessen Auslöser Mark Levinson, einen 61-jährigen Teilzeit-Musiker und Tontechniker, trotz horizontaler Höchst­leistungen wegen menschlicher Defizite von der Bettkante zu stoßen. Scheidung.

Und da war sie wieder, die erotische Ebbe. „Ich habe nach Mark jahrelang nach gutem Sex gesucht, aber ich fand ihn nicht.“ Es kam, was kommen musste. Nur sie kam selten. „Ich musste mich mit Masturbation zufrieden geben.“ Doch mit dem Angebot zum „Sex and the City“-Film und dank gezielter Problemzonengymnastik („Endlich machte mein Hintern wieder, was ich wollte“) fand die frustrierte Selbstversorgerin endlich wieder zurück in fremde Betten.

Angebraten und eingekocht. Konkret in jenes des kanadischen Küchenchefs Alan Wyse, der die reife Diva mit seinen jugendlichen 29 Jahren nach allen Regeln der Kunst anbraten und einkochen durfte. „Er war attraktiv und fragte mich, ob er meine Handynummer haben könnte. Warum nicht, dachte ich mir.“ Warum nicht?! „Gut, mir war schon bewusst, dass ich vom Alter her seine Mutter sein könnte. Aber es wurde eine Beziehung zwischen zwei erwachsenen Menschen.“ Und – sie hält seit nunmehr drei Jahren. „Obwohl ich anfangs davon überzeugt war, dass das Ganze nicht länger als drei Wochen halten würde.“ Heirat? Ausgeschlossen. Denn nach der libidinösen Leere ihrer ersten beiden Ehen beschloss Kim Cattrall, künftig nur noch ihrem Job ewige Treue zu schwören: „Da sind doch immer diese Partys, auf denen ich nicht fehlen darf, die vielen Orte, wo ich hinfliegen muss – in Wirklichkeit bin ich mit meiner ­Karriere verheiratet.“ Mit anderen Worten – viele Citys und endlich, endlich guter Sex.


NEWS: Wäre es ohne „Sex and the City“ für Sie möglich gewesen, Sexbuch-Autorin zu werden?
Kim Cattrall: Nein, auf gar keinen Fall. Nur mein Alter Ego Samantha ermöglichte mir diese Plattform. Ich bin keine Sextherapeutin, aber ich finde, Sexualität ist wichtig und lebensbejahend. Sex hilft uns, uns auf ganz natürliche Weise auszudrücken. Ich suche wie alle anderen Menschen auch Antworten auf die fundamentalsten Fragen der Menschheit. Ich finde, ich bin in ­einer guten Position, Fragen zu stellen. Manchmal weiß ich sogar die Antwort.

NEWS: Einige Kritiker werfen Ihnen vor, Ihren „Sex and the City“-Status kompromisslos auszuschlachten. Was ist dem entgegenzuhalten?
Cattrall: Moment einmal, es hat zweieinhalb Jahre gedauert, bis ich dieses Buch geschrieben hatte. Sie können mir wirklich glauben, dass es eine Menge Dinge gegeben hätte, die weniger zeitaufwendig und dafür viel lukrativer gewesen wären, wäre ich nur daran interessiert, mit Samantha Kohle zu machen.

NEWS: Brauchen wir denn wirklich noch mehr Bücher über Sex?
Cattrall: Zwischen Pornografie und der klinischen und psychologischen Untersuchung von Sexualität gibt es eine Lücke, die ich mit meinen Büchern fülle. Wenn wir uns die Antike anschauen, sehen wir, wie sehr Sexualität Bestandteil des täg­lichen Lebens war: In Kunstwerken wurden Männer mit langen Penissen dar­gestellt, die Lebensfreude ausstrahlten. Sexualität war damals etwas, das wir heute nicht mehr kennen.

NEWS: Wer ist die Zielgruppe Ihres Buches?
Cattrall: Vor allem junge Frauen. Ich spreche über Sex so, dass vor allem Frauen ohne große Lebenserfahrung eine Ahnung davon bekommen.

Das ganze Interview finden Sie im aktuellen NEWS-Magazin

14.5.2008 17:33