Leasing wegen knapper Liquidität beliebt:
Durch Bankkrise wird Finanzierung teurer
- Kreditkrise bringt Sparten im Finanzsektor zum Leiden
- FORMAT: Auch die Leasingbranche spürt Bedingungen

·Leasing-Einmaleins:
Fakten & Erklärungen
FORMAT: Fachvokabular für die Leasingverträge
Vermutlich gibt es derzeit kaum eine Sparte im Finanzsektor, die nicht unter der aktuellen Kreditkrise leidet. Auch die Leasingbranche, die in den letzten Jahren mit robusten Gewinn- und Umsatzzuwächsen verwöhnt wurde, spürt die verschärften Bedingungen. Bisher haben sich die Leasinggesellschaften problemlos günstig Geld leihen können, um damit wiederum den Kunden verlockende Kredite gewähren zu können.
Der verwöhnten Kundschaft günstige Finanzierungsangebote zu offerieren ist nun deutlich schwieriger geworden. Auch die Refinanzierungskosten der Leasinginstitute sind in den vergangenen Monaten kräftig in die Höhe geschnellt. Verantwortlich sind die gestiegenen Kapitalmarktzinsen, zu denen sich die Banken untereinander Geld borgen.
Kunden profitieren nach wie vor von Niedrigzinsen
Bislang hat der Verteuerungseffekt in Österreich allerdings erst geringfügig auf die Höhe der Leasingraten durchgeschlagen. "Die Zinsen sind im Schnitt um 0,15 bis 0,25 Prozent gestiegen. Das sind bei einem durchschnittlichen Auto monatliche Mehrbelastungen von rund zehn Euro", erläutert Rudolf Fric, Geschäftsführer von Bawag-PSK Leasing und Präsident des österreichischen Leasingverbandes.
Die verschärften Bedingungen hindern allerdings auch in Österreich manche Gesellschaften nicht daran, weiter aggressiv mit relativ niedrigen Zinsen zu werben. Möglich wird das nur durch massive Preisstützungen. "Quersubventionierungen sind gang und gäbe", so Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Fachhochschule Gelsenkirchen. Laut einer Studie der Beratungsfirma Booz Allen Hamilton fallen für die Hersteller, die hinter den Autobanken stehen, im Zuge der Kreditkrise in Deutschland allein im laufenden Jahr 500 Millionen Euro zusätzliche Kosten an.
Je länger die Kreditkrise dauert, umso mehr droht die Gefahr, dass nicht nur einzelne Anbieter, sondern sämtliche Leasinggeber dem Kostendruck nachgeben. "Kein Institut kann es sich dauerhaft leisten, schwache Ergebnisse zu liefern", so Leasing-Verbandschef Fric.
Den Umstieg von den in Österreich üblichen variablen Leasingzinssätzen hin zu Fixzinsen hält Fric nicht für ratsam: "Die Zinsen für kurze Laufzeiten sind nach wie vor niedriger als für lange. Eine Fixzinsbindung lohnt sich daher nicht." Hält die Finanzkrise an, könnte bei Krediten eine Leitzinssenkung zudem weiter steigende Risikoaufschläge ausgleichen. Wer aber lieber auf Nummer sicher gehen möchte, kann bei den meisten Instituten, wie etwa der Bawag-PSK Leasing, bei der UniCredit Leasing und bei Raiffeisen-Leasing, dennoch eine Fixzinsbindung bekommen.
Leasinggeschäft dürfte schwächer werden
2008 schwächeres Geschäft erwartet. Nach den Boomjahren im Leasinggeschäft dürfte das abgeschwächte Wirtschaftswachstum nun in diesem Jahr durchschlagen. Im Vorjahr verzeichnete die Branche mit einem Neugeschäft von 6,5 Milliarden Euro noch einen Zuwachs von acht Prozent, heuer dürfte es nach Schätzungen des Leasingverbandes gerade einmal die Hälfte sein. Das Kfz-Leasing, das mit 53 Prozent den größten Anteil am Leasingkuchen ausmacht, dürfte heuer erstmals seit Jahren überhaupt stagnieren.
Trotzdem ist nicht zu erwarten, dass sich am Trend weg vom Barkauf hin zum Leasing langfristig etwas ändert, weil sich die Kunden daran gewöhnt haben, mit wenig Eigenmitteln zu finanzieren.
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