IMD-Wettbewerbsranking: Österreichische Wirtschaft verliert international an Position
- Top: Justiz, Arbeitsmarkt, Infrastruktur, Gesundheit
- Flop: Hohe Kosten für Strom, Internet und Telefon
Österreichs Wettbewerbsfähigkeit hat laut einer internationalen Studie nachgelassen. Auf der Liste des Lausanner Instituts für Management-Entwicklung (IMD) befindet sich Österreich für das Jahr 2008 auf dem 14. Platz. Damit hat sich Österreich gegenüber dem Vorjahr um drei Plätze verschlechtert. Das Resümee über die Alpenrepublik fällt aber tendenziell positiv aus.
Angeführt wird die IMD-Liste seit 1994 von den USA, zunehmend dichter gefolgt von Singapur. Dann folgen Hongkong und die Schweiz, Luxemburg und Dänemark. In der seit 1989 durchgeführten Studie werden insgesamt 55 Länder und Regionen nach 331 Kriterien auf ihre Position im internationalen Wettbewerb untersucht. Gemessen wird dabei das "Umfeld", in dem die Unternehmen in einem Land arbeiten können. Zu einem Großteil fließen dabei harte Fakten aus den Bereichen Konjunktur, wirtschaftliche und politische Effizienz sowie Infrastruktur ein. Daneben werden auch die Ergebnisse von Managerumfragen berücksichtigt.
Die Stärken Österreichs
Österreich zeichnet sich beispielsweise durch eine niedrige Zinsspanne (Differenz zwischen Kredit- und Spareinlagen-Zinsen) aus und liegt im Ländervergleich hier auf Rang 2. Auch in Bezug auf eine gut funktionierende Justiz nimmt Österreich den 2. Rang ein.
Den Arbeitsmarkt betreffend äußerte sich das Institut ebenfalls positiv: Bei der Verfügbarkeit von kompetenten Führungskräften nimmt Österreich im Ländervergleich sogar den Spitzenrang ein. Außerdem seien kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sehr effizient und die Motivation der Arbeitnehmer hoch.
Die Untersuchung der österreichischen Infrastruktur ergab, dass man hierzulande offenbar nicht mit Umweltverschmutzung zu kämpfen hat. Österreich nimmt in diesem Punkt den 1. Rang ein. Weitere Stärken sind die hohe Lebensqualität, der Kostenaufwand für das Gesundheitswesen und die gute Gesundheitsinfrastruktur. Im Hinblick auf die Wirtschaftsleistung hat das Institut festgestellt, dass Österreichs Wirtschaft eine ausreichende Risikostreuung besitzt und hier sogar den 3. Rang einnimmt. Außerdem zeichnet sich Österreich durch hohe Direktinvestitionen und eine starke Widerstandskraft bei Krisen aus.
Die Schwächen Österreichs
Zu den Schattenseiten zählen aus Sicht des Instituts die hohen Lebenshaltungskosten in Österreich: Das IMD ist der Meinung, dass die Telefonkosten bzw. die Tarife in Österreich, die Breitbandkosten und die Stromkosten zu hoch sind. Eine weitere Schwäche sieht das Lausanner Institut im Bereich staatlicher Subventionen.
Laut IMD ist Österreichs größte Schwäche in Bezug auf betriebswirtschaftliche Effizienz die vergleichsweise geringe Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden pro Jahr. In diesem Ranking nimmt Österreich nur den 49. Rang ein.
(apa/red)

