Gewerkschaft lehnt Beamten-Agentur ab:
Pläne entsprächen "finanziellem Wahnsinn"
- Fritz: Keine Personalüberhänge bei Post und Telekom
- Geht um Auslagerung mehrerer tausend Beamten
Die Post- und Telekomgewerkschaft (GPF) hat einer Personalagentur für überzählige Beamte in der Staatsholding ÖIAG eine klare Absage erteilt. Mittlerweile gibt es auch gewerkschaftliche Organbeschlüsse dazu. Eine verantwortungsvolle Belegschaftsvertretung müsse "eine solche 'Beamtenentsorgungsaktion' auf das Schärfste ablehnen", hieß es in einem Beschluss des Gewerkschaftspräsidiums.
Die Pläne seien "finanzieller Wahnsinn" und "eine menschliche Tragödie", hieß es weiters. Gewerkschaftschef Gerhard Fritz betonte, weder Post noch Telekom hätten derzeit Personalüberhänge, wie ihn die ÖIAG beschreibe. Die Rede war zuletzt von der Auslagerung mehrerer tausend Beamter. Die Zahl ist noch nicht bestätigt. Ein Grundkonzept über die Umschulung und Weitervermittlung der Post- und Telekom-Beamten an öffentliche Stellen und private Unternehmen hat die ÖIAG der Gewerkschaft jetzt vorgelegt. Detailpläne wollen ÖIAG-Chef Michaelis, Telekom-Festnetzchef Rudolf Fischer und Post-Vorstand Rudolf Jettmar angeblich erst im Juli vorlegen.
"Nicht kommentarlos hinnehmen"
Sollte die ÖIAG die Pläne umsetzen, werde man das "nicht kommentarlos hinnehmen", betonte der Gewerkschaftschef aber schon jetzt. Bereits im April hatte er "Kampfmaßnahmen" angedroht. Der Telekom-Austria-Betriebsrat will die Mitarbeiter im Juni bei österreichweiten Betriebsversammlungen über den Stand der Dinge informieren.
Den bestehenden Personalpool in der Post bezeichnete die Gewerkschaft als "fiktive Scheinorganisation", Versetzungsbescheide seien immer wieder aufgehoben worden. Beide bestehenden Personalauffanglösungen, sowohl bei der Post als auch bei der Telekom, seien "mehr als deutlich gescheitert". Die Reintegration liege fast bei Null. "Schulungen in der Post werden mit einem Schulungsbudget von sagenhaften 30 Euro im Jahr pro Mitarbeiter durchgeführt, wirklich aktive Vermittlung findet nicht statt", monierte Fritz. (apa/red)


