16.5.2008 12:55

Legionäre stoßen in Lindabrunn zum Team:
Frage nach Einser-Goalie bleibt noch offen

  • Harter Konkurrenzkampf um EM-Leiberl geht weiter
  • Aufstellungs-Variante gegen Nigeria noch nicht fix

Nach dem Abstecher nach Sardinien geht es für Österreichs Teamspieler nach einem freien Wochenende wieder zum Training nach Lindabrunn. Ab Mittwoch, wenn die letzten Legionäre in der Sportschule südlich von Wien eintreffen, hat der Coach seinen 31 Spieler umfassenden Großkader komplett um sich versammelt.

Nun ändert sich auch der Trainingsschwerpunkt. "Auf Sardinien ging es um die konditionelle Vorbereitung, in Lindabrunn geht es dann um andere Dinge", betonte der Niederösterreicher. Waren zuletzt kräfteraubende Einheiten an der Tagesordnung, liegt die Konzentration ab der kommenden Woche aufgrund der Anwesenheit der Legionäre vor allem im technisch-taktischen Bereich.

Legionäre kommen in Etappen
Die elf "Fremdarbeiter" treffen in mehreren Etappen ein. Andreas Ivanschitz, Jürgen Macho, Roland Linz, Martin Stranzl, Roman Kienast und Emanuel Pogatetz beziehen am Montag ihr Quartier, einen Tag später folgen Markus Weissenberger und Martin Harnik, die Nachhut bilden am Mittwoch Alexander Manninger, György Garics und Andreas Ibertsberger, die am Sonntag noch mit ihren Vereinen im Einsatz sind.

Für die Legionäre geht es nach ihrer Ankunft gleich ins IMSB in der Südstadt, wo sie so wie ihre Bundesliga-Kollegen vor knapp drei Wochen leistungsdiagnostischen Tests (inklusive Seh- und Konzentrationstest) unterzogen werden. "Dadurch werden wir sehen, inwiefern jeder belastet werden kann", sagte der Teamchef, der in der kommenden Woche nicht mit 31 Spielern auf einmal trainieren, sondern den Kader in mehreren Gruppen üben lassen wird.

Konkurrenzkampf geht weiter
Die Lindabrunn-Woche, in der noch ein Testspiel eingeschoben werden könnte (Hickersberger: "Damit Spieler noch die Chance haben, sich zu präsentieren") endet am 24. Mai. Einen Tag später haben sich die Spieler gegen Abend im nächsten Teamcamp in Graz einzufinden, wo die Einheiten im GAK-Trainingszentrum abgespult werden. Ob da noch alle 31 Großkader-Mitglieder mit von der Partie sind, wird sich erst weisen. "Wenn ein Spieler längere Zeit nicht trainieren kann ist es besser, ihm früher einen Urlaub zu ermöglichen", meinte "Hicke".

Der Nationaltrainer hat "natürlich eine gewisse Vorstellung, wo der Konkurrenzkampf am größten ist. Es gibt je drei Außenverteidiger und sechs Innenverteidiger, auch bei den Sturmspitzen ist das Angebot größer als die Nachfrage. Nur im Mittelfeld geht es um einen Platz, weil wir da relativ wenig Spieler haben", erläuterte der Coach.

"Tag der Wahrheit"
Selbst wenn manche Kicker schon einige Tage vor dem Stichtag die Koffer packen müssen - die heikelsten Entscheidungen stehen Hickersberger nach dem Nigeria-Match am 27. Mai in Graz bevor, denn schon einen Tag später muss er den definitiven 23-Mann-EM-Kader nominieren. Die betroffenen Spieler unterrichtet Hickersberger in Einzelgesprächen von ihrem Schicksal. "Ich kann schon jetzt sagen, dass es bei dem einen oder anderen keine objektiven Kriterien geben wird, sondern ein Spieler positionsbezogen oder aufgrund einer Trainer-Entscheidung dabei ist."

Der Teamchef grübelt schon jetzt über die Aufstellung für das Nigeria-Match, das für die Spieler die letzte Profilierungsmöglichkeit vor der Bekanntgabe des EURO-Aufgebots darstellt. Es gilt, einen Mittelweg zu finden zwischen dem vermehrten Einsatz von Wackelkandidaten und einer Erprobung der EURO-Aufstellung. "Es kann gegen Nigeria nicht elf Experimente geben, aber wir werden auch sicher nicht mit der Mannschaft spielen, die gegen Kroatien beginnt", kündigte Hickersberger an.

Torhüterfrage nach wie vor offen
Fix ist nur, dass gegen die Afrikaner Jürgen Macho im Tor stehen wird - was aber nicht bedeutet, dass der AEK-Athen-Schlussmann auch für die EM ein Fixleiberl hat. "Die Einser-Frage ist nach wie vor offen. Macho hat zuletzt in der Nationalmannschaft gut gespielt und keinen schweren Fehler gemacht. Auf der anderen Seite ist es schon erfreulich, wenn Manninger in Italien zu den besten Goalies des Landes gezählt wird", betonte der Betreuer, bezeichnete diese Thematik aber "als unser geringstes Problem".

Die vielen Personal-Spekulationen bei der EM würde sich Hickersberger liebend gern ersparen. "Mein Traum wäre es, dass ich mir vor dem letzten Gruppenspiel keine Gedanken mehr über die Aufstellung machen muss, weil wir schon für das Viertelfinale qualifiziert sind."

(apa/red)

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16.5.2008 12:55
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