18.5.2008 19:52

Keine Parallelen zwischen WM 98 & EM 08:
Laut Hiden hat sich alles komplett geändert

  • Verteidiger war bereits bei WM in Frankreich dabei
  • Hiden ist von seiner EURO-Chance fest überzeugt

Zehn Jahre können im Fußball eine kleine Ewigkeit sein. Diese Erfahrung macht in diesen Tagen Martin Hiden, der so wie Ivica Vastic bereits im ÖFB-Kader für die WM 1998 in Frankreich stand und in der momentanen Vorbereitung des Nationalteams auf die EURO 2008 keinerlei Parallelen zum Turnier vor zehn Jahren erkennen kann. "Es hat sich alles komplett geändert", meinte der 35-Jährige.

Durch die deutlich kürzere Vorbereitungszeit wurde vor der WM zumeist im regenerativen Bereich trainiert, während die Teamspieler derzeit ein kräfteraubendes Programm über sich ergehen lassen müssen. Gewandelt haben sich laut Hiden aber vor allem die Rahmenbedingungen. Zwar gaben die 1998er-Kicker auch schon Lactat-Tests ab, Harnstoff-Werte hatten damals aber praktisch keine Bedeutung und die Spielanalyse erfolgte via Taktik-Tafel, nicht via Laptop und "Amisco Pro". Hiden schätzt diese Entwicklung positiv ein. "Man muss einfach mit der Zeit gehen."

"1998 wären die Fetzen geflogen"
Noch einen wesentlichen Unterschied zu 1998 hat der 48-fache Internationale (1 Tor) ausgemacht. Neben der Altersstruktur (Hiden: "Damals waren drei, vier Spieler um die 25 und der Rest gegen 30 Jahre alt") habe sich auch die Persönlichkeitsstruktur innerhalb der Mannschaft gewandelt. Typen wie Herzog, Polster oder Kühbauer sucht man derzeit vergeblich. Angesichts des derzeit vorherrschenden Konkurrenzkampfes um einen Platz im endgültigen 23-Mann-EM-Kader ist das laut Hiden nicht unbedingt ein Nachteil. "Hier geht es ruhig und lustig zu. Hätten wir 1998 so eine Ausscheidung gehabt, wären die Fetzen geflogen."

Im ÖFB-Team 2008 läuft der Kampf ums EM-Leiberl zwar gesittet ab, der Ehrgeiz ist bei Hiden dennoch groß. "Ich versuche, das Optimale aus mir rauszuholen", versicherte der Abwehrspieler, der von seiner Chance auf eine EURO-Teilnahme überzeugt ist. "Wenn ich dieses Gefühl nicht hätte, hätte ich gar nicht nach Sardinien mitfahren müssen."

Ab Sommer kickt Hiden wieder bei Rapid
Dass Hiden überhaupt den Sprung in den Großkader schaffte, hat er wohl seinem Wechsel zu Austria Kärnten zu verdanken. Während er bei Rapid im Herbst oft nur auf der Ersatzbank gesessen war, holte er sich in Klagenfurt die nötige Spielpraxis und war obendrein daran beteiligt, dass die Kärntner den Klassenerhalt fixierten. "Ich habe meine Mission in Kärnten erfüllt, mir dort viele Freunde gemacht und außerdem dazu beigetragen, dass Rapid Meister geworden ist", lautet das Saison-Resümee des früheren England-Legionärs.

Seine Zukunft sieht Hiden nach dem Auslaufen des halbjährigen Leihvertrages mit Kärnten klar in Wien-Hütteldorf. "Ich bin im Sommer wieder bei Rapid. Etwas anderes war nie vorgesehen."

(apa/red)

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18.5.2008 19:52
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