12.5.2008 18:53

Hickersberger erlebte "Grande Domenica":
Italien-Legionäre Garics & Manninger stark

  • Siena-Goalie als Elfer-Killer und im Team der Runde
  • Garics schießt als Joker gegen Milan erstes Liga-Tor

Österreichs Fußball-Teamchef Josef Hickersberger hat die starken Auftritte von Alexander Manninger und György Garics in der italienischen Serie A hocherfreut zu Kenntnis genommen. Ein "Grande Domenica", ein großer Sonntag, sei es für die ÖFB-Internationalen gewesen, so der 60-Jährige, der sich die Partien der beiden im Trainingslager im Forte Village auf Sardinien via TV angesehen hatte.

Garics wurde beim 3:1-Heimsieg von Napoli gegen den AC Milan in der 79. Minute eingewechselt und erzielte 13 Minuten später sein erstes Serie-A-Tor, was ihm in der "Gazzetta dello Sport" die gute Note 6,5 und sogar Vergleiche mit dem legendären italienischen Goalgetter Paolo Rossi einbrachte. Hickersberger gratulierte seinem Ex-Schützling bei Rapid am Montag telefonisch. "Mein Traum war es immer, in der italienischen Liga ein Tor zu schießen, und dass ihm das gelingt, hätte ich vor fünf Jahren noch nicht erwartet", meinte der Teamchef, der sich bei Manninger per SMS als Gratulant einstellte.

Im Team der Runde
Der Siena-Goalie parierte wenige Minuten vor Schluss auswärts gegen Inter Mailand einen Elfer von Weltmeister Marco Materazzi und sicherte seinem Club dadurch das 2:2, womit der Titelverteidiger eine Runde vor Schluss nur noch einen Zähler vor AS Roma liegt. Von der "Gazzetta" erhielt der Salzburger dafür die Note 7,5 (kein anderer Spieler in dieser Partie wurde höher bewertet) und wurde ebenso wie vor zwei Wochen nach seinem Auftritt gegen Juventus ins Team der Runde gewählt, was Hickersberger freute.

"Manninger wird in Italien anders beurteilt als in Österreich. Wenn man in Italien über einen Fußballer spricht, spricht man nur über seine Heldentaten, aber wir in Österreich erinnern uns an die Fehler, die er in einigen Spielen in Salzburg gemacht hat. In Italien dagegen ist davon die Rede, dass er Siena in der Liga gehalten hat und Einserkandidat bei großen Clubs ist."

Keine Pole-Position für Manninger
Auch Goalie-Trainer Klaus Lindenberger zeigte sich von der Leistung Manningers beeindruckt. "Man merkt von seiner mentalen Stärke her, dass er gereift ist. Er hat Risiko genommen, und wenn man Risiko nimmt zeigt das, dass man in Form ist." Obwohl Manninger erneut einen Glanzauftritt hinlegte und Konkurrent Jürgen Macho gar nicht im Kader von AEK Athen stand, dementierte Lindenberger, dass sich der Siena-Goalie nun im Rennen um das Einserleiberl bei der EURO in der Pole-Position befindet. "Aus der Ferne ist es nicht einfach, die Form der jeweiligen Spieler zu beurteilen. Wir müssen einmal schauen, wie die Spieler beisammen sind, wenn sie zu uns kommen."

Lindenberger wies darauf hin, dass neben der aktuellen Form auch die psychische Stabilität eine wichtige Rolle im Goalie-Kampf spielt - und da hatte Manninger sowohl im Nationalteam als auch in seiner Zeit bei Salzburg immer wieder Schwächen gezeigt. "Es geht nicht nur um die Leistung, sondern auch um die mentale Stärke, um an einem gewissen Punkt top da zu sein."

Für Manninger sei das Umfeld von entscheidender Bedeutung. "In Siena merkt er, dass er anerkannt ist und seiner Mannschaft Sicherheit gibt. Er braucht Rückhalt, und es liegt an uns, ihn mental zu stärken."

Entscheidung über Einser-Goalie dauert noch
Laut Lindenberger stehen Hickersberger und ihm zwar einige schlaflose Nächte vor der Nominierung des Einser-Goalies bevor, "aber es wird auch eine leichte Entscheidung, weil alle drei Torleute Klasse haben". Der Zeitpunkt der Festlegung ist noch offen, feststehen wird der Mann mit der Nummer eins mit Sicherheit erst nach dem Nigeria-Match am 27. Mai in Graz.

In dieser Partie wird gemäß Rotation wieder Macho im Tor stehen, wie Hickersberger am Montag im ÖFB-Camp bestätigte. "Jürgen hatte zuletzt mit seinen zwei Gehirnerschütterungen Pech, aber über seine Qualität brauchen wir nicht zu diskutieren. Er hat 2007 im Team immer sehr gute Leistungen gebracht."

Das Vertrauen des Teamchefs wurde auch dadurch nicht erschüttert, dass Macho am Sonntag nicht im AEK-Kader stand. Grund für den Verweis auf die Tribüne dürfte die harte mannschaftsinterne Kritik des Wieners nach der 0:4-Niederlage gegen Aris Saloniki gewesen sein. "Wir haben schon vor einigen Tagen gehört, dass es sein könnte, dass er nicht spielt. Daher sind wir nicht überrascht", erklärte Hickersberger.
(apa/red)

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12.5.2008 18:53
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