15.5.2008 15:43

Fußball-EURO im Visier von Terroristen:
Al Kaida soll mit Anschlägen bei EM drohen

  • Verantwortlicher der Schweizer Polizei plaudert aus
  • BMI: Keine Informationen über Terror-Bedrohung

Islamistische Extremisten haben nach einem Bericht der französischsprachigen Schweizer Zeitung "La Liberté" im Internet zu Terroranschlägen während der Fußball-Europameisterschaft (EURO 2008) in Österreich und der Schweiz aufgerufen. Die Appelle auf Internetforen wie "Minbar-SoS" und "As-Sahab" würden ernst genommen, schreibt das Blatt unter Berufung auf schweizerische Sicherheitskreise. Laut dem österreichischen Innenministerium liegen indes keine Informationen über Anschlagsdrohungen vor.

Die EM in Österreich und der Schweiz sei ein "Ziel", das von dem Terrornetzwerk Al-Kaida anvisiert werde, sagte der Präventionsbeauftragte der Schweizer Polizei, Jürg Bühler, der Zeitung. "Wir verfolgen die Lage aus nächster Nähe." Im Internet kursierten seit Wochen Anschlagsdrohungen, wie es sie auch vor der Fußball-WM vor zwei Jahren in Deutschland gegeben habe, sagte Bühler. "Wir sind auf alles vorbereitet."

Laut dem Sprecher des Wiener Innenministeriums, Oberst Rudolf Gollia, liegen indes keine Informationen über Terrordrohungen der Al-Kaida gegen die EURO 2008 vor. Die entsprechenden Meldungen würden auf einer Fehlinterpretation der Aussagen von Schweizer Polizeisprechern beruhen, die "natürlich zu entsprechender medialer Dynamik geführt hat", meinte Gollia.

In eine "Hölle" verwandeln"
Auch aus der Schweizer Bundespolizei hieß es gegenüber "La Liberté", es gebe derzeit keine Hinweise auf eine konkrete Terrorgefahr. Das Blatt wies darauf hin, dass einschlägige Internet-Foren dazu aufforderten, die "beiden sichersten Länder Europas" ähnlich wie den Irak und Afghanistan in eine "Hölle" zu verwandeln.

Es gebe "ständig Drohungen gegen die westlichen Länder", sagte der Sprecher der Europäischen Fußball-Union (UEFA), William Gaillard, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP in einer Stellungnahme zum Zeitungsbericht. Es werde jedoch "alles getan, um alle zu beschützen". Gaillard erinnerte daran, dass auch im Vorfeld der EURO 2004 in Portugal Personen verhaftet worden seien, "die zu islamistischen Netzwerken gehörten". "Alle arbeiten ständig daran, um diese Art der Bedrohung zu eliminieren", betonte der UEFA-Sprecher. (apa/red)

15.5.2008 15:43
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