Mittwoch, 14. Mai 2008

Vom Metallwerks-Verein zum UEFA-Cup Finalisten: Porträt von Zenit St. Petersburg

  • Reichster russicher Klub dank Sponsor Gazprom
  • Vladimir Putin zählt zu den prominentesten Fans

Zenit wurde 1925 als Mannschaft des Leningrader Metallwerks gegründet. Anfangs spielte die Mannschaft nur in unteren Ligen und es dauerte bis 1944 bis man die erste Trophäe holte. Nach einer längeren Phase des sportlichen Mittelmaßes, trat die Mannschaft Anfang der 80er in Erscheinung. Sportlicher Höhepunkt war der Gewinn der Meisterschaft im Jahr 1984. Mit dem Zerfall der Sowjetunion kehrte Zenit zurück in die Anonymität. Das neue Jahrtausend sollte aber erfolgreicher werden. Aktuelle Highlights sind Gewinn der russichen Meisterschaft 2008 und Qualifikation für das UEFA-Cup Finale in der selben Saison.

Im Jahr 1925 gründeten einige Arbeiter des Leningrader "Stalin-Metallwerks" ihre eigene Fußballmannschaft. Der Verein hieß zuerst "Stalinets", auf Deutsch "Staliner", was sich vom damaligen Namen des Metallwerks ableitete. Nach mehreren Jahren in Bezirksligen, schaffte "Stalinets Leningrad" 1938 den Aufstieg in die höchste sowjetische Spielklasse. 1940 wurde der Verein in Zenit Leningrad umbenannt. Seit 1991 heißt der Verein Zenit St. Petersburg.

Noch während des Zweiten Weltkrieges, im Jahr 1944, gewannen die Leningrader zum ersten Mal den UdSSR-Pokal. Zenit wurde der erste nichtmoskowitische Verein, der diesen Pokal gewann (2:1 im Finale vs. den heutigen ZSKA Moskau).

Im Schatten der großen Moskauer Klubs
Der Klub war in Leningrad immer sehr beliebt, konnte sich aber nie wirklich gegen die großen Moskauer Klubs durschsetzen. Größere Erfolge sind erst ab dem Ende der 70er Jahre zu verzeichnen. Unter Trainer Juri Morosow wurde Zenit Dritter der sowjetischen Oberliga und schaffte zum ersten Mal die Qualifikation für den UEFA-Pokal. Mit seinem neuen Angriffsstil legte Morosow den Grundstein für den Gewinn der sowjetischen Meisterschaft im Jahr 1984, ein Titel der allerdings nicht von ihm, sondern von einem neuen Trainer, Pawel Sadyrin geholt wurde.

Nach dem Zerfall der UdSSR und der Loslösung vom Metallwerk wurde Zenit stark geschwächt. 1992 stieg man aus der höchsten Spielklasse ab. Der Wiederaufstieg gelang erst in der Saison 1996. Aber auch danach war die Leistung nur mittelmaß. Es vergingen mehrere Jahre bis man sich als Größe im russischen Fußball etablieren konnte. 1999 wurde der russische Pokal gewonnen, 2002 erreichte man wieder das Finale, 2001 wurde man Dritter und 2003 sogar Zweiter in der Meisterschaft. Alles gute Ansätze, doch für den Gewinn der Liga reichte es nicht. Noch nicht.

Konzern-Riese Gazprom brachte den Erfolg
Im Dezember 2005 übernahm der mächtige Konzern Gazprom den Verein. Prompt wurde massiv Geld investiert und große Ziele gesteckt. Viele neue Spieler wurden geholt (Top-Transfer war die Verpflichtung von Anatolij Tymoschtschuk für 15 Mio. Euro von Schachtar Donezk) und sogar ein neues 60.000 Zuschauer fassendes Stadion wird momentan gebaut.

Obwohl die Mannschaft 2006 das Viertelfinale des UEFA-Pokals erreichte, war man mit der Leistung von Trainer Vlastimil Petržela nicht zufrieden. Im Juli 2006, während der laufenden Meisterchaft, wurde er durch den renommierten niederländischen Trainer Dick Advocaat ersetzt. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. In seiner ersten kompletten Saison als Chefcoach gelang Advocaat der Gewinn der russischen Meisterschaft. Das bedeutet für die nächste Saison auch die Teilnahme an der UEFA Champions League. (red)

14.5.2008 22:56