Montag, 12. Mai 2008

McLaren-Mercedes schöpft neue Hoffnung:
Hamilton mit Platz 2 rundherum zufrieden

  • Reifenprobleme zwangen zu Drei-Stopp-Strategie
  • Massa: "Jetzt kann ich türkischen Pass beantragen"

McLaren-Mercedes hat im Formel-1-Grand-Prix der Türkei trotz eines Ferrari-Sieges durch den Brasilianer Felipe Massa neue Hoffnung geschöpft. Jungstar Lewis Hamilton verhinderte mit Platz zwei vor Weltmeister Kimi Räikkönen den dritten Ferrari-Doppelsieg in Folge. Der 23-jährige Engländer sprach danach sogar vom "womöglich besten Rennen, das ich bisher jemals gefahren bin". Dabei hat Hamilton fünf seiner insgesamt 22 bisherigen WM-Rennen gewonnen.

In Istanbul hätte ein sechster dazukommen können, nachdem Reifenprobleme Hamilton zu einer Drei-Stopp-Strategie gezwungen hatten. Hersteller Bridgestone hatte Bedenken geäußert, ob der rechte Vorderreifen des Engländers halten würde. Als Vorsichtsmaßnahme wurde Hamilton von McLaren ein drittes Mal an die Box geholt. "Ich habe das Gefühl, dass wir nichts hätten besser machen können. Es geht nicht immer darum, zu gewinnen, sondern das Beste aus dem Auto herauszuholen", sagte Hamilton.

Bridgestone hatte bereits am Samstag vor dem Qualifying auf die Problematik aufmerksam gemacht. Es handle sich um ein spezifisches Problem von Hamilton auf dem gegen den Uhrzeigersinn zu fahrenden Kurs in Istanbul, erklärte eine Sprecherin. Durch den Fahrstil des Vizeweltmeisters wird der rechte Vorderreifen zu sehr beansprucht. Bereits im Vorjahr hatte sich Hamilton nach einem Reifenschaden in der Türkei mit Platz fünf zufriedengeben müssen - ein unter Umständen entscheidender Rückschlag im Titelrennen.

"Reifenkiller"
"Hamilton erweist sich als ein Reifenkiller", kommentierte die spanische Sportzeitung "Marca". "Mit seinem aggressiven Stil schadet er sich selbst." Die englische Presse dagegen stimmte ein Loblied auf den 23-Jährigen an, der nach seinem sensationellen Debüt im Vorjahr im fünften Saisonrennen den dritten Podestplatz herausfuhr. "Lewis Hamilton fuhr das Rennen seines Lebens", schrieb die Boulevardzeitung "The Sun". "Die Titelambitionen sind nach einem fehlerfreien Rennen wieder in der Spur", ergänzte der "Guardian".

Derzeit fehlen Hamilton, der Pole-Mann Massa in der 24. Runde mit einem harten Manöver ausgebremst hatte, sieben Punkte auf WM-Leader Räikkönen. Mann des Tages war dennoch Triumphator Massa, der nach seinem dritten Türkei-Sieg in Folge punktegleich mit Hamilton auf Platz zwei liegt. Nach seinen zwei Ausfällen in den ersten beiden Saisonrennen in Australien und Malaysia ist der Brasilianer endgültig zurück im Geschäft. Wie Teamkollege Räikkönen hält der 27-Jährige nun bei zwei Saisonsiegen.

Widmung geht an die Mutter
"Ich denke, ich kann jetzt den türkischen Pass beantragen", scherzte Massa, der mit Ausnahme der ersten Austragung im Jahr 2005 (Räikkönen) alle WM-Rennen im Istanbul Park gewonnen hat. Den Sieg widmete er seiner am Muttertag anwesenden Mutter Anna Lena sowie seinem Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali zum 43. Geburtstag. Die Italiener müssen sich zwei Wochen vor dem Klassiker in Monte Carlo allerdings auf einen erneuten Angriff von McLaren einstellen. Geschäftsführer Martin Whitmarsh: "Das Positive ist, dass wir Ferrari mit Sicherheit hätten schlagen können."

(apa/red)

12.5.2008 16:04
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