Mittwoch, 14. Mai 2008

5. Giro-Etappe geht an Russen Pawel Brutt: Pellizotti bleibt im Rosa Trikot des Leaders

  • 26-Jähriger setzte sich im Finale von Gefährten ab
  • Österreicher Pfannberger kam mit Hauptfeld ins Ziel

Erstmals in der 91. Auflage des Giro d'Italia hat sich eine Ausreißergruppe bis ins Ziel behauptet. Die fünfte Etappe gewann am Mittwoch überraschend der Russe Pawel Brutt. Der 26-Jährige vom Radsport-Team Tinkoff setzte sich im ansteigenden Finale in Contursi Terme von seinen vier Fluchtgefährten ab. In der Gesamtwertung führt weiterhin der Italiener Franco Pellizotti, der ebenso wie der Österreicher Christian Pfannberger mit dem Hauptfeld 31 Sekunden hinter Brutt ins Ziel kam.

Pfannberger kam relativ problemlos über das 203 Kilometer lange Teilstück, das von Belvedere Marittimo in Kalabrien nach Kampanien führte. Der 28-jährige Steirer liegt in der Gesamtwertung auf Rang 14 - 28 Sekunden hinter Pellizotti. Geprägt wurde die Etappe allerdings von einer fünfköpfigen Fluchtgruppe, der neben Brutt auch der zweitplatzierte Deutsche Johannes Fröhlinger, der Kolumbianer Felipe Laverde Jimenez, der Spanier Francisco Perez und der Schotte David Millar angehört hatten.

Letzterer hatte im Finish Pech. Als Millar den Angriff von Brutt im Anstieg einen Kilometer vor dem Ziel kontern wollte, rutschte er wegen eines Defekts aus dem linken Pedal. Der Zwischenfall erzürnte den ehemaligen Zeitfahr-Weltmeister derart, dass er sein Rennrad in hohem Bogen über die Streckenbegrenzung ins Gebüsch warf. "Da ist mein ganzer Zorn hervorgekommen. Ich war wirklich motiviert, diese Etappe zu gewinnen", sagte Millar, der im Finale den frischesten Eindruck gemacht hatte.

Stattdessen freute sich Brutt über den mit Abstand größten Erfolg seiner Karriere. Bisher hatte der Russe, der schon mit 19 Jahren ins Profigeschäft eingestiegen war, lediglich bei kleineren Rennen gewonnen. Er ist der erste russische Giro-Etappensieger seit Pawel Tonkow im Jahr 2004. Das Donnerstag-Teilstück von Potenza nach Peschici verkürzten die Organisatoren um 33,4 Kilometer auf 231,6. Damit wolle man der Forderung der Fahrer nach mehr Regeneration Rechnung tragen. (apa/red)

14.5.2008 19:15