Obama gewinnt Edwards als Gefährten: Schachzug im Duell gegen Hillary Clinton
- Aufruf zur Einigkeit gegen Republikaner MacCain
- Kommentatoren sehen Ende des Vorwahlkampfes

·Demokraten setzen zunehmend auf Obama
Erstmals mehr Super-
Delegierte als Clinton
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In seinem Duell mit Hillary Clinton um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten hat Barack Obama einen wichtigen Verbündeten erhalten. Der aus dem Rennen ausgeschiedene frühere US-Senator John Edwards hat sich nun hinter den dunkelhäutigen Senator aus Illinois gestellt.
Beide Politiker zeigten sich im Staat Michigan vor tausenden jubelnden Anhängern. Edwards rief die Demokraten zur Einigkeit auf im Kampf gegen den designierten republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain.
Breitgestreutes Lob
Edwards erklärte, Obama habe sich seinem Programm zur Halbierung der Armut in den USA binnen zehn Jahren verpflichtet. Zugleich lobte er auch Obamas Kontrahentin Clinton als "Frau aus Stahl". "Wir werden dank ihrer Arbeit im Herbst einen stärkeren Kandidaten haben", sagte Edwards.
"Es gibt einen Mann, der in seinem Herzen weiß, dass es an der Zeit ist, ein geeintes Amerika zu schaffen - und dieser Mann ist Barack Obama", sagte Edwards bei einer gemeinsamen Wahlkampfveranstaltung mit dem Senator aus Illinois. Obama dankte Edwards für die Unterstützung und "für alles, was John bereits getan hat, um ein geeintes Amerika zu schaffen". Ein Kommentator des US-Fernsehsenders CNN sagte: "Diese Nominierung ist zu Ende."
Wähler haben sich entschieden
"Die Wähler der Demokraten haben sich entschieden, ich habe mich entschieden", erklärte John Edwards mit Blick auf den Vorsprung Obamas bei den Delegiertenstimmen. Der Senator aus Illinois sei der Mann, der die Mauern in der amerikanischen Gesellschaft sowie zwischen den Menschen und der politischen Führung in Washington einreißen könne.
Ein Sprecher Clintons erklärte, man respektiere Edwards Entscheidung. Die Vorwahl in West Virginia habe aber gezeigt, dass das Rennen noch nicht gelaufen sei. Clinton hatte dort einen klaren Sieg eingefahren.
Edwards war im Jänner nach mehreren Vorwahlniederlagen an dritter Stelle liegend aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur ausgeschieden. Seit längerem war ein Wort dazu erwartet worden, wen er aus seiner Partei im Rennen um die Nachfolge von Präsident George W. Bush unterstützen wird. Obama liegt im Duell mit Clinton bei der Zahl der Delegierten für den Nominierungsparteitag Ende August in Denver nahezu uneinholbar vorn.
Vorsprung Obamas
Nach einer CNN-Zählung verfügte Obama über 1600 an die Vorwahl-Ergebnisse gebundene Delegiertenstimmen, seine Rivalin über 1445. Der schwarze Senator aus Illinois hatte überdies 284 Superdelegierte auf seiner Seite, Clinton 273. Für eine Nominierung ist nach derzeitigem Stand eine Mehrheit von 2025 Delegiertenstimmen nötig.
Edwards hatte besonders bei weißen Arbeitern einen starken Rückhalt, bis er sich aus dem Rennen zurückzog. Nach seinem Ausscheiden hatten sich sowohl Obama als auch Clinton darum bemüht, Edwards auf ihre Seite zu ziehen. Edwards hat bei den Vorwahlen in drei Staaten insgesamt 19 Delegiertenstimmen gewonnen. Diesen Delegierten steht es aber frei, für wen sie stimmen, unabhängig von der Empfehlung Edwards'.
(apa/red)
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