Mittwoch, 14. Mai 2008

128.000 Tote nach Zyklon Nargis erwartet:
Alarm vor zweitem Wirbelsturm aufgehoben

  • Gefahr einer "zweiten Todeswelle" vorerst gebannt
  • Bis zu 2,5 Mio. Menschen von Katastrophe betroffen

Nach dem verheerenden Zyklon in Burma könnte die Zahl der Todesopfer nach Einschätzung des Roten Kreuzes bis auf 128.000 steigen. Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) erklärte, sie erwarte zwischen 69.000 und 128.000 Tote. Entgegen ersten Vorhersagen droht dem Katastrophengebiet immerhin kein zweiter Wirbelsturm.

Das US-Zentrum für Taifunbeobachtung, das mit den Vereinten Nationen zusammenarbeitet, hob eine entsprechende Warnung wieder auf. Das Sturmtief habe sich beträchtlich abgeschwächt, hieß es. Zuvor hatte das Zentrum erklärt, die beobachtete Wetterfront habe das Potenzial, sich in den nächsten 24 Stunden zu einem großen tropischen Zyklon zu entwickeln.

Ein zweiter Wirbelsturm hätte knapp zwei Wochen nach dem verheerenden Zyklon "Nargis" das Schicksal der Obdachlosen und Verletzten burmesischen Katastrophengebiet noch einmal dramatisch verschlimmert. Angesichts der Verweigerungshaltung der Militärjunta in Burma warnten die Vereinten Nationen eindringlich vor einer "zweiten Todeswelle", wenn die Hilfe für die Menschen im Irrawaddy-Delta nicht in großem Stil beginnen könne.

Bis zu 2,5 Mio. Menschen betroffen
Für die Berechnungen der zu erwartenden Todesopfer-Zahlen zog das Rote Kreuz Schätzungen anderer Hilfsorganisationen heran und verglichen diese miteinander. Insgesamt seien zwischen 1,64 Millionen und 2,51 Millionen Menschen betroffen, hieß es. In dem Bericht wurde darauf verwiesen, dass die offiziellen Zahlen der burmanischen Militärregierung deutlich geringer seien. Die Junta geht offiziell von mehr als 34.000 Todesopfern aus. Weitere knapp 28.030 Menschen gelten als vermisst.

Die Schätzungen der IFRC sind die bisher höchsten. Die UNO geht davon aus, dass der Zyklon "Nargis", der am 2. und 3. Mai über Burma hinwegzog, 60.000 bis 100.000 Tote in dem südostasiatischen Land hinterließ. (apa/red)

14.5.2008 21:17