Mittwoch, 14. Mai 2008

34.000 Todesopfer nach Zyklon in Burma:
Hilfe für Überlebende weiter unzureichend

  • Mehr als 27.000 Menschen gelten noch als vermisst
  • Europäische Union will humanitäre Hilfe aufstocken

Nach dem Zyklon "Nargis" ist die Zahl der Todesopfer in Burma nach Angaben der BBC auf über 34.000 gestiegen. Mehr als 27.000 würden noch vermisst, meldete der britische Rundfunksender unter Berufung auf burmesische Behörden.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind im Katastrophengebiet die ersten Ruhr-Fälle aufgetreten. Cholera sei dagegen noch nicht ausgebrochen. "Wir arbeiten eng mit dem burmesischen Gesundheitsministerium zusammen", teilte der Regionaldirektor für Südostasien, Samlee Plianbangchang, mit. "Die Lage in LaButta ist sehr, sehr dramatisch", sagte Birke Herzbruch von Malteser International in Rangun. Durchfallerkrankungen seien ein großes Problem. Die Menschen hätten die ganze Woche nur aus Brunnen trinken können, in denen das Wasser durch die Flutwelle versalzen war. Heftige Niederschläge erschweren die Situation.

Hilfe für Überlebende unzureichend
UNO-Generalsekretär Ban lehnt es trotz der Verzögerungen bei der Katastrophenhilfe ab, den Weltsicherheitsrat einzuschalten. Gleichwohl machte Ban seine Verärgerung über die mangelnde Kooperation der Militärjunta in Burma deutlich. Bisher ist es Ban zufolge noch nicht einmal gelungen, ein Drittel der von den Folgen des Wirbelsturms betroffenen Menschen mit Hilfe zu erreichen. Und selbst die rund 270.000 Opfer, die man habe versorgen können, hätten nur das Allernötigste bekommen.

Hilfsgüter abgezweigt
Die Vereinten Nationen und westliche Regierungen haben sich beunruhigt über Berichte gezeigt, denen zufolge Hilfsgüter für die Opfer des Zyklons "Nargis" in Burma nicht ihre Adressaten erreichen. Wenn sich die Angaben als zutreffend herausstellen sollten, wäre dies Grund zu großer Sorge, sagte UNO-Sprecherin Michel Montas.

Dies unterstreiche umso mehr, dass die burmesischen Behörden akzeptieren müssten, dass ihre Möglichkeiten zur Verteilung von Hilfe an die 1,5 Millionen Betroffenen beschränkt seien. Bisher habe nur "ein sehr kleiner Prozentsatz der Opfer" Hilfe erhalten.

EU will Hilfsleistungen aufstocken
Die für Entwicklungshilfe verantwortlichen Minister der Europäischen Union beraten in Brüssel über die Unwetterkatastrophe in Burma. Die EU will ihre Hilfe aufstocken und verhindern, dass Überlebende an Hunger, verseuchtem Wasser und Krankheiten sterben. Der EU-Kommissar für Entwicklungshilfe, Louis Michel, wollte anschließend selbst nach Burma reisen.
(apa/red)

14.5.2008 10:13