5. EU-Lateinamerika-Gipfel in Peru eröffnet:
Armutsbekämpfung & Klimawandel im Fokus
- Heiße Luft zwischen linken und rechten Regierungen
- Gusenbauer verteidigt Merkel gegen Hugo Chávez
Der peruanische Präsident García hat in Lima den fünften EU-Lateinamerikagipfel eröffnet. An dem Treffen nehmen u.a. auch Bundeskanzler Gusenbauer und die deutsche Kanzlerin Merkel teil. Schwerpunkte des Treffens, an dem Regierungsrepräsentanten von 60 Ländern Lateinamerikas, der Karibik und der EU teilnehmen, sind Armutsbekämpfung und Folgen des Klimawandels.
Besonders umstritten ist das Thema Biosprit. Hatte es lange Zeit so ausgesehen, als wäre damit eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Treibstoffen fossilen Ursprungs gefunden, hat die Diskussion über die "Verspritung" von Nahrungsmittel oder jene über die mit der Produktion verbundene Abholzug des Regenwaldes die Aufbruchsstimmung wieder gebremst.
Polemik und politische Differenzen sorgten zum Auftakt für massive Spannungen. Der Kluft zwischen links- und rechtsgerichteten Regierungen auf dem Kontinent verlieh Perus Präsident García Ausdruck, als er den Links-Regierungen vorwarf, die "Armut zu verwalten". Einer der Adressaten der Kritik, Venezuelas Präsident Chávez, traf bereits in Lima ein.
Merkel mit Hitler verglichen
Für Aufregung hatten im Vorfeld Äußerungen von Chávez an die Adresse der deutschen Bundeskanzlerin Merkel gesorgt. Chavez hatte gesagt, Merkel gehöre "derselben Rechten an, die Hitler, die den Faschismus unterstützt hat". Merkel reagierte auf die Attacken gelassen. "Ich glaube, wir werden uns gut vertragen", sagte sie nach ihrer Ankunft in Lima.
Eine Aussage, die jeglicher politischer, sachlicher wie historischer Tatsache widerspreche, verteidigte Bundeskanzler Gusenbauer in Lima seine deutsche Amtskollegin gegenüber der Hitler-Anspielung. Es handle sich um eine reine Provokation. Er kenne niemanden, der für solche Aussagen auch nur irgendein Verständnis habe, so der Regierungschef. (apa/red)
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