Blutiger Anschlag in Hauptstadt Sri Lankas: Mindestens 8 Tote und 90 Verletzte gemeldet
- Colombo: Attentäter rammte mit Motorrad Polizeibus
- Separatistenorganisation verantwortlich gemacht

Bei einem Selbstmordanschlag im Zentrum von Colombo, der Hauptstadt von Sri Lanka, sind nach Regierungsangaben mindestens acht Polizisten getötet und 90 weitere Menschen verletzt worden. Das Verteidigungsministerium teilte mit, ein Selbstmordattentäter habe mit seinem Motorrad einen Bus mit Polizeibeamten gerammt. Unter den Verletzten seien zahlreiche Zivilisten. Das Ministerium machte die Separatistenorganisation "Befreiungstiger von Tamil Eelam" (LTTE) für die Tat verantwortlich.
In der Nähe des Anschlagsortes liegt das Hilton-Hotel, das von zahlreichen Ausländern besucht wird. Nach Angaben eines Armeesprechers ereignete sich der Selbstmordanschlag nahe einer Kontrollstelle der Polizei in einem Hochsicherheitsbereich auf der Straße, die zum Amtssitz des Präsidenten führt.
Luftangriffe im Norden
Sri Lankas Luftwaffe griff unterdessen im Norden des Landes wieder vermutete Stellungen der LTTE an. Bei Kämpfen seien 27 Rebellen und zwei Soldaten getötet worden, hieß es in Colombo. Eine Bestätigung für die Angaben gab es aber nicht. In dem seit 1983 andauernden Bürgerkrieg in Sri Lanka kamen bisher rund 75.000 Menschen ums Leben.
Waffenstillstandsvertrag gekündigt
Die Regierung hatte Mitte Jänner einen Waffenstillstandsvertrag mit der LTTE aufgekündigt. Die Armee versucht seitdem, die Tamilen-Rebellen militärisch zu vernichten. Diese fordern einen eigenen tamilischen Staat im Norden und Osten der Insel.
Geschichte Sri Lankas
Im früheren Ceylon, das zunächst von den Portugiesen, dann von den Niederländern und ab Ende des 18. Jahrhunderts von den Briten kolonisiert wurde, stellen die großteils buddhistischen Singhalesen mit mehr als 70 Prozent die größte Bevölkerungsgruppe. Die mehrheitlich hinduistischen Tamilen sind mit 18 Prozent Bevölkerungsanteil die größte Minderheit. Die im 19. Jahrhundert zugewanderten Indien- oder Kandy-Tamilen wurden von den britischen Kolonialherren als Arbeitskräfte auf den Teeplantagen beschäftigt, während die Ceylon-Tamilen von der Kolonialmacht vor allem in der Verwaltung eingesetzt und dabei gegenüber den Singhalesen bevorzugt wurden. Nach der Unabhängigkeit des Landes von Großbritannien 1948 führte dies zu starken Antipathien zwischen den Bevölkerungsgruppen.
(apa/red)
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