Pakistan: Krise der Regierung verschärft:
Premier lehnt die Rücktritte der Minister ab
- Streit um entlassene Richter lässt Koalition platzen
- PPP: Ministerämter bis auf jenes der Finanz unbesetzt

·Regierungskoalition in Pakistan geplatzt
Premier Sharif kündigt Kooperation mit PPP an
Die Regierungskrise in Pakistan um die Wiedereinsetzung der von Präsident Pervez Musharraf entlassenen Richter spitzt sich zu. Alle neun Minister des kleineren Koalitionspartners Muslim-Liga (Nawaz/PML-N) traten von ihren Ämtern zurück. Premierminister Yousaf Raza Gilani von der Volkspartei PPP lehnte die Rücktrittsgesuche aber umgehend ab. Daraufhin sagte der PML-N-Funktionär und bisherige Agrarminister Chaudhry Nisar Ali Khan: "Es macht nichts, ob unsere Rücktritte angenommen werden oder nicht. Wir sind zurückgetreten."
Der Nachrichtensender Geo TV meldete nach den Rücktritten, der Premierminister wolle sich zunächst mit PPP-Chef Asif Ali Zardari beraten, wenn dieser in einigen Tagen aus Dubai zurückkehre. Die PPP kündigte an, sie werde alle bisher von der PML-N geführten Ministerämter bis auf das im Finanzressort unbesetzt lassen und auf die Rückkehr des Koalitionspartners warten.
Ex-Premierminister Nawaz Sharif von der PML-N hatte angekündigt, die Minister seiner Partei würden wegen des Streits um die Richter zurücktreten. Sharif hatte aber zugleich betont, die PML-N werde im Parlament weiter mit der PPP zusammenarbeiten und die künftige Minderheitsregierung stützen. Sharif und Zardari hatten sich zu Monatsbeginn prinzipiell darauf geeinigt, die entlassenen Richter wieder ins Amt einzusetzen. Sie konnten sich aber bis Ablauf der Frist nicht auf die Modalitäten verständigen. (apa/red)
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