Zweite Landtagswahl unter Rot-Schwarz in Tirol: ÖVP lag bisher immer klar vor SPÖ
- In NÖ endeten die Wahlen für die SPÖ im Desaster
- Auch in Tirol besitzt die ÖVP die absolute Mehrheit

·Mehrheit der Länder noch mit Absoluter
Könnte sich nach Tiroler Landtagswahl ändern
·Volkspartei nur eine Periode ohne Absolute
Zumindest in Mandaten fast jedes Mal über 50%
Die Tirol-Wahl am 8. Juni ist die zweite Landtagswahl unter der wiederbelebten Großen Koalition. Die erste am 9. März in Niederösterreich brachte der ÖVP einen Triumph, der SPÖ ein Debakel. Die FPÖ setzte ihre Konsolidierung fort, die Grünen mussten einen leichten Verlust hinnehmen. Tirol zählt - mit NÖ und Vorarlberg - zu den drei Bundesländern, in denen bei Landtagswahlen immer die ÖVP klar vor der SPÖ lag.
Die Ausgangslage in Tirol ist der in NÖ ähnlich: Die ÖVP hat die absolute Mehrheit (in Tirol "nur" in Mandaten), die SPÖ liegt weit abgeschlagen dahinter. Die Grünen nahmen bei der letzten Wahl 2003 der FPÖ den dritten Platz ab. Die Tiroler Grünen schafften damals österreichweit den Partei-Rekord von 15,59 Prozent - und die FPÖ brach, wie damals üblich, massiv ein. Aktuell sind die Blauen in Tirol gar nicht mehr im Landtag vertreten, weil ihre beiden früheren Abgeordneten den "Klub der Freien" gegründet haben.
Konkurrenz innerhalb der ÖVP
Für die Volkspartei unter Herwig van Staa ist die Landtagswahl aber nicht die sichere Partie, die sie in NÖ für die ÖVP Erwin Prölls war. Denn in Tirol gibt es parteiinterne Konkurrenz: Fritz Dinkhauser, tritt - als Parteimitglied - mit einer eigenen Liste an. Die Niederösterreicher hätten allenfalls vom damals starken bundespolitischen Gegenwind beeinträchtigt werden können. Aber der Pröll-ÖVP gelang es, sich von den schweren rot-schwarzen Zerwürfnissen im Bund zu distanzieren und ihre Absolute auszubauen.
Anders war das für die SPÖ, die unter Schwarz-Blau-Orange bei den Landeswahlen einen Erfolg nach dem anderen eingefahren hatte: Die NÖ-Landespartei litt unter der Unzufriedenheit mit der Bundespartei; ihr Absturz war nicht nur hausgemacht. Mittlerweile hat sich die Bundespolitik beruhigt; ihr Einfluss auf die Tirol-Wahl dürfte eher gering sein.
FPÖ: Gute Erfolgsaussichten
Die FPÖ, unter der Großen Koalition nach den herben Schlappen als Bundesregierungspartei wieder auf Erfolgskurs, hat es in Tirol noch etwas leichter als in NÖ: Sie ist dort der einzige Vertreter des "dritten Lagers"; weder der Dissidenten-"Klub der Freien" noch das BZÖ kandidieren. Das BZÖ kostete die FPÖ in Niederösterreich mit seinen 0,7 Prozent allerdings auch nicht recht viele Stimmen.
Tirol war eines der drei Länder, in denen die Grünen unter der schwarz-blau-orangen Bundesregierung der FPÖ den dritten Platz abnahmen. In NÖ haben ihn die Blauen wieder zurückerobert; im dritten Land, Oberösterreich, wird erst nächstes Jahr gewählt.
Grüne: Letztes Jahr Dritter
Bei den Grünen wird sich in Tirol zeigen, ob sich die Entwicklung fortsetzt, die schon bei den Oktober-Landtagswahlen 2005 begann - nämlich, dass sie nach einer langen Zeit der Zugewinne leicht zurückfielen. Auch in NÖ ging ihr Stimmenanteil heuer etwas zurück. Mit dem Rekordergebnis des Jahres 2003 liegt für die Tiroler Grünen die Latte auch sehr hoch.
Für die anderen drei Parteien war Tirol 2003 kein Rekord-Land: Die ÖVP hält dort derzeit beim parteiintern drittbesten Landtags-Ergebnis, die SPÖ und die FPÖ jeweils beim drittschlechtesten.
ÖVP stimmenführend
Mit der NÖ-Wahl hat die ÖVP österreichweit wieder ihre Führung auf Landesebene zurückerobert. Mit 1,724.047 Landtagswähler hat sie jetzt wieder mehr als die SPÖ (1,633.474). Dies war unter der Mitte-Rechts-Bundesregierung vorübergehend anders: Mit ihren damals starken Zugewinnen bei den Landtagswahlen - vor allem der "Eroberung" Salzburgs und der Steiermark - lag die SPÖ von Oktober 2005 bis zur NÖ-Wahl 2008 vorne. Dies war zuvor erst einmal der Fall, während und einige Jahre nach der ÖVP-Alleinregierung Ende der 60er- und Anfang der 70er-Jahre.
(apa/red)
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