Freitag, 16. Mai 2008

Ist Josef F. ein Serienverbrecher? Polizei öffnet Akten von ungelösten Straffällen

  • NEWS: BK will Inzest-Drama vollends aufklären
  • Mögliche Verbindung von zwei "Cold Cases" mit F.

Wozu ist Josef F. noch fähig gewesen? Wie viele Delikte hat er tatsächlich begangen? Das sind die Fragen, mit welchen sich jetzt die Fahnder des Bundeskriminalamts - in Zusammenarbeit mit den Landeskriminalämtern - auseinandersetzen müssen. Psychologen und Psychiater halten es für durchaus wahrscheinlich, dass das Inzest-Drama in Amstetten nicht das einzige Verbrechen von F. war.

Josef F.war bereits mit knapp 30 erstmals durch exhibitionistische Handlungen "auffällig" geworden. 1967 versuchte er schließlich, ein Mädchen in einem Park in Oberösterreich zu vergewaltigen - Passanten kamen damals dem laut um Hilfe schreienden Opfer zu Hilfe. Nach seiner Inhaftierung galt er als "unauffällig". Kurze Zeit später drang der Täter durch ein Fenster in eine ebenerdig gelegene Wohnung in Linz ein und missbrauchte eine 24-jährige Frau, die er davor tagelang beobachtet hatte. F. wurde zu 18 Monaten Haft verurteilt. Nach seiner Freilassung galt er als "gebessert".

Polizei untersucht "Cold Cases"
Bis in der Nacht auf den 27. April 2008 sein Wahnsinnsverbrechen offenkundig wurde. "Aus kriminalpsychologischer Sicht", so BK-Chefstratege Generalmajor Gerhard Lang, "scheint nicht ausschließbar, dass ein Mensch, der über eine derart hohe kriminelle Energie verfügt, auch noch andere, schwerwiegende Delikte durchgeführt hat. Daher haben wir bereits im Zuge eines Cold-Case-Managements damit begonnen, zahlreiche bis dato ungeklärte Sexual- und Gewaltverbrechen nochmals genau zu überprüfen."

Verbindung zu zwei Fällen vermutet
Einer dieser Cold Cases ist der Fall von Martina P. Die Leiche der 17-jährigen Vöcklabruckerin war im November 1986 am Ufer des Mondsees gefunden worden. Ihr Peiniger hatte sie vergewaltigt und erwürgt, die Tote danach tagelang an einem unbekannten Ort versteckt, bis er sie - in Planen verpackt - im Wasser ablegte. Die Verdachtsspuren zu Josef F.: Das Opfer sah seiner Tochter Elisabeth zum Verwechseln ähnlich. Außerdem besaß der Mann zum Tatzeitpunkt eine Frühstückspension am Mondsee.

Eine weitere Verbindung könnte es zu der vermissten Julia Kührer geben. Die 16-jährige Schülerin ist 2006 unter mysteriösen Umständen aus ihrem Heimatort Pulkau, Niederösterreich, verschwunden. Am helllichten Tag, nachdem sie am Hauptplatz des Dorfes aus einem Bus gestiegen war. Und angeblich hätte sich F. häufig in der tschechischen Grenzstadt Znaim aufgehalten.

Lesen Sie den ganzen Artikel im aktuellen NEWS 20/2008!

16.5.2008 22:24