Dienstag, 13. Mai 2008

19-Jährige auf dem Weg der Besserung:
Zustand "gebessert und leicht stabilisiert"

  • Patientin bleibt vorerst aber noch auf Intensivstation
  • Familienfindung laut Ärzten "sehr positiv angelaufen"

Der Zustand der jungen Frau, deren Einlieferung am 19. April den Fall ins Rollen brachte, habe sich "Gott sei Dank gebessert und leicht stabilisiert", sei aber nach wie vor ernst, sagte Primarius Albert Reiter vom Landesklinikum Mostviertel Amstetten. Um sie künstlich beatmen zu können, werde die Patientin weiter im Tiefschlaf gehalten.

Der Zustand des 19 Jahre alten Opfers im Amstettner Inzest-Fall, das sich seit 19. April im Landesklinikum Amstetten befindet, hat sich nach Auskunft der Ärzte in der vergangenen Woche "weiter stabilisiert". Die junge Frau sei jedoch nach wie vor auf der Intensivstation in Behandlung.

Die Patientin werde auch weiterhin künstlich beatmet und sei im künstlichen Tiefschlaf, berichtete Primarius Albert Reiter, Leiter der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin. Gemeinsam mit medizinischen Experten aus unterschiedlichen Fachrichtungen werde die Therapie fortgesetzt.

Familienfindung "sehr positiv angelaufen"
Elisabeth F. (42), die mit den behandelnden Ärzten laufend in Kontakt sei, ihre Mutter und ihre fünf weiteren Kinder befanden sich unterdessen seit mehr als zwei Wochen im Landesklinikum Amstetten-Mauer. Der Ärztliche Direktor Berthold Kepplinger betonte einmal mehr, dass die Opfer "viel Zeit benötigen" werden. Und: "Aus heutiger Sicht gehen wir davon aus, dass die Familie wohl einige Monate im Landesklinikum Amstetten-Mauer bleiben wird."

Die Familienfindung sei "sehr positiv angelaufen", es habe sich bereits "ein gewisser Tagesrhythmus eingespielt", so Kepplinger. Die Kinder würden spielen und malen. Angetan seien sie insbesondere von Computerspielen.

Das Behandlungsteam versuche die Familie "mit hohem Maß an Sensibilität und Professionalität" zu betreuen und dabei auf individuelle Bedürfnisse einzugehen, die derzeit sehr genau analysiert würden, teilte der Primarius mit. Die Therapien sollen in der Folge entsprechend darauf abgestimmt werden.

Behutsamer und langer Weg in die Realität
Für den Start in ein "neues Leben" sei es notwendig, die Betroffenen "sehr behutsam und langsam an die Realität heranzuführen", so die Ärzte. Die Mutter und zwei ihrer gefangen gehaltenen Kinder würden weitere Fortschritte in Bezug auf Lichtempfindlichkeit machen. Raumorientierungsstörungen würden durch Physio- und Ergotherapie mehr und mehr ausgeglichen.

"Für eine erfolgreiche Therapie ist besonders der Schutz der Privatsphäre von enormer Bedeutung", betonte Kepplinger neuerlich. "Wir unternehmen alles, um die Familie vor externem Stress und Sekundärtraumatisierungen zu schützen." (apa/red)

13.5.2008 19:12