Strache will Wiener Bürgermeister werden:
Häupl mit dem 'Kopf schon längst in Pension'
- Brechen der absoluten SP-Mehrheit in Wien als Ziel
- Mit 99,38 Prozent als Landes-Chef wiedergewählt

"Ich erhebe den Bürgermeister-Anspruch" - Mit diesen Worten hat der Wiener FPÖ-Chef und Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache sein weiteres Karriereziel formuliert. Wien brauche eine neue Politikergeneration, der regierende Bürgermeister Michael Häupl sei mit dem Kopf nämlich schon längst "in Pension", so Strache beim Wiener FP-Parteitag.
Häupl erfülle nur mehr eine Funktion: Jene eines "Schwimmreifens" für Bundeskanzler Alfred Gusenbauer. "Damit dieser beim Bundesparteitag nicht untergeht und ertrinkt", so Strache. Die FPÖ werde diesem Schwimmreifen aber "gehörig die Luft auslassen". Eine offensive Politik in Wien werde das sicherstellen. Ziel sei das Brechen der absoluten Mehrheit der SPÖ. Strache: "Es ist möglich! Es gibt keine Erbpacht für die SPÖ in Wien."
Das Ergebnis der Landtagswahl 2005 mit 15 Prozent der Stimmen sei erst der Anfang gewesen, "das kann ich Euch versprechen". Das Projekt der freiheitlichen Wiedergeburt sei geglückt. Die Heimatstadt Wien brauche eine starke freiheitliche Partei, so der Obmann. Die SPÖ versuche nur mehr, es allen Recht zu machen. Sie sei biegsam wie eine Weidenrute statt "standhaft wie eine Eiche".
Ziel: 2010 zweite Kraft in Wien
"2010 wird es ein politisches Erdbeben in Wien geben und wir werden zweite Kraft werden und die rote Allmacht in Wien brechen", versprach Strache. Diese Ansage wurde von den Delegierten mit Standing-Ovations bedacht.
Gebraucht wird eine starke FPÖ laut Strache unter anderem wegen einer "völlig verfehlten sozialistischen Zuwanderungs-Politik". Wer sich nicht integrieren wolle, sei hier nicht erwünscht. Die FPÖ diskriminiere niemanden, "wir sind keine Ausländerfeinde", aber es gebe Probleme - etwa die Jugendkriminalität sowie grassierenden Islamismus: "Wir lassen die Kirche in der Stadt, wo sie hingehört und die Moschee in Ankara."
"Der echte Wiener darf nicht untergehen"
Die FPÖ widersetze sich der linken Multi-Kulti-Ideologie. "Der echte Wiener darf nicht untergehen", forderte Strache. Kritik übte er auch an der Verkehrspolitik der SPÖ, samt "Tempo-50-Unsinn", oder der mangelnden Entlastung für Familien. Härte forderte er erneut für Sexualstraftäter. Dass etwa dem mutmaßlichen Täter im Inzestfall von Amstetten nur zehn bis 15 Jahre Haft drohten, sei ein Skandal: "Solche Menschen gehören lebenslang hinter Gitter."
Auch der FP-Klubobmann im Wiener Rathaus, Eduard Schock, rief am Parteitag dazu auf, der SPÖ einen Denkzettel zu verpassen. "Wir werden dafür sorgen, dass die Roten in Wien am meisten verlieren", sagte er in Hinblick auf die Gemeinderatswahl 2010: "Wir wollen, müssen, werden zweitstärkste Kraft in Wien werden, wir wollen den Bürgermeister stellen."
Als FP-Chef wiedergewählt
Strache wurde als Landesparteiobmann der Wiener Freiheitlichen wiedergewählt. Er erhielt er 99,38 Prozent der Delegiertenstimmen. Es gab weder einen Gegenkandidaten noch Gegenstimmen. 321 der 323 angegebenen Stimmen entfielen auf Strache, zwei waren ungültig.
Strache ist bereits seit 2004 Wiener FPÖ-Chef. Als Nachfolger von Hilmar Kabas kam er damals auf 84,6 Prozent. Zwei Jahre später - in der Zwischenzeit hatte sich das BZÖ abgespaltet - erreichte er 93,75 Prozent der Stimmen der Parteitagsdelegierten. Strache nahm die Wahl an und zeigte sich hoch erfreut. "Ich bin überwältigt, ich danke für euer Vertrauen. Ihr seid Spitze", so der Landes- und Bundesparteiobmann.
(apa/red)
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