War Axtmörder bei Tat zurechnungsfähig?
Psychiaterin soll Geisteszustand klären
- Strafverteidiger: "Reinhard St. beschönigt nichts"
- Säge als zweite Tatwaffe im Bereich des Möglichen
·Von der Richtigkeit
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Drei Stunden hat sich der Rechtsbeistand des mutmaßlichen Fünffachmörders Reinhard St., Ernst Schillhammer, mit dem 39-Jährigen unterhalten. "Wir haben allgemein über seinen Lebensweg und das Strafverfahren gesprochen. Er beschönigt nichts. Mein Mandant hat auch mir explizit den Auftrag erteilt, nichts schön zu reden", berichtete der Strafverteidiger im Anschluss.
Reinhard St. werde sich "völlig offen" den Fragen der psychiatrischen Sachverständigen stellen, die klären soll, ob der Mann im Tatzeitraum zurechnungsfähig war. Die Staatsanwaltschaft Wien wird die renommierte Gerichtspsychiaterin Sigrun Rossmanith offiziell mit der Gutachtenerstellung beauftragen, gab Behördensprecher Gerhard Jarosch bekannt.
Auch der Rechtsvertreter von Reinhard St. blickt den Erkenntnissen mit Interesse entgegen, die die psychiatrische Sachverständige möglicherweise zu gewinnen imstande ist. Auch für den erfahrenen Verteidiger scheint es schwer nachvollziehbar zu sein, weshalb kolportierte Schulden von 300.000 Euro zu einem derartigen Blutbad führen konnten. "Auf der Suche nach dem Warum und dem, was dahinter steckt, bin ich noch selbst", sagte Schillhammer.
Mögliche zweite Tatwaffe?
Reinhard St. habe bei der Besprechung "einen sehr konzentrierten Eindruck gemacht" und "bereitwillig erzählt". Fragen nach einer möglichen zweiten Tatwaffe - neben einer Axt soll Medienberichten zufolge auch eine Säge im Spiel gewesen sein - und einem angeblichen Bordell-Besuch des 39-Jährigen nach dem blutigen Geschehen wies Schillhammer zurück: "Dazu kann ich nichts sagen, weil ich noch nicht im Besitz der polizeilichen Einvernahmeprotokolle bin".
Der Anwalt wird sich in den nächsten Tagen neuerlich mit seinem Mandanten besprechen. Juristische Tricks werde es im Verlauf des Ermittlungsverfahrens von seiner Seite keine geben: "In taktischer und strategischer Hinsicht werden wir mit völliger Offenheit agieren." (apa/red)
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