Medikamentenausgaben auf Rekordhoch: Rund 2,9 Mrd. im letzten Jahr ausgegeben
- Werte sollen heuer sogar noch übertroffen werden
- Könnte Aut-Idem-Regelung Kostenexplosion stoppen?

·Nur zehn Prozent der Wirkstoffe "aut idem"
Ziel: Mehr Generika zu einem billigeren Preis
·Gesundheitsreform sorgt nicht für Lacher
Widerstand innerhalb der beiden Koalitionsparteien
·Patientenquittung
für Kdolsky nicht fix
Gesundheitsministerin reagiert auf Kritik locker
·Gesundheitsreform macht viele krank
Breite Front gegen Pläne. Ärzte drohen mit Protest
·Kassen: Geldspritze und Strukturreform fix
Solidere Finanzierung für gestärkten Hauptverband
·Leitl verteidigt Gesundheitsreform
Initiative der Länder bei Finanzierung gefordert
·Hauptverband will Honorare angleichen
Laminger stellt Kassen die Rute ins Fenster
·INFO-GRAFIK zur Gesundheitsreform
Die Eckpunkte des neuen Begutachtungsentwurfes
Die Ausgaben für Medikamente in Österreich explodieren regelrecht. Wurden im Vorjahr bereits ein unglaublicher Wert von 2,9 Milliarden Euro erreicht, soll dieser sogar heuer noch übertroffen werden. Der Hauptverband prognostizierte 3,1 Milliarden Euro in Summe für das Jahr 2008.
Ein absoluter Rekordwert, der bereits letztes Jahr erreicht wurde, soll 2008 sogar übertroffen werden. - Demnach könnte sogar ein Plus von 7 Prozent am Jahresende prognostiziert werden. So wurde im Ö1-"Morgenjournal" berichtet.
Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Betrachtet man sich die Alterspyramide in Österreich werden immer mehr Menschen älter und benötigen auch mehr Medikamente. Zusätzlich werden die Behandlungen medikamenten-intensiver und damit teurer. Mit der neuen "Aut-Idem"-Regelung (Arzt verschreibt nur mehr Wirkstoff, Apotheker wählt kostengünstigstes Medikamtent mit dementsprechendem Wirkstoff), die Teil der Gesundheitsreform ist, könnte einer solchen Kostenexplosion entgegengewirkt werden. Allerdings ist dieses Modell nur bei knapp zehn Prozent der Wirkstoffe anwendbar, erfuhr die APA aus dem Gesundheitsministerium.
Hoffnung auf Einsparungen
Die Politik erwartet sich durch die neue Regel Einsparungen von 35 Mio. Euro pro Jahr. Im Verband der pharmazeutischen Industrie (Pharmig) beurteilt man diese Zahl äußerst skeptisch. Generalsekretär Jan Oliver Huber sagte gegenüber dem "Ö1-Morgenjournal", es gehe hier nur um einen Austausch von Produkten. Die entsprechende - vom Hauptverband bei der ÖBIG in Auftrag gegebenen - Studie, die das Sparpotenzial belegen soll, sei bisher nicht vorgelegt worden. Aus dem Hauptverband hieß es dazu gegenüber der APA, die Studie sei noch nicht fertig.
(apa/red)
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