Familie mit Axt ausgelöscht: 300.000 Euro Schulden führten zu Blutbad in Wien und OÖ
- 39-Jähriger wollte seinen Lieben "Schmach" ersparen
- Frau und Tochter, Eltern und Schwiegervater getötet
·BILDER von den Tatorten in Wien & OÖ
39-Jähriger mordet in Wien, Linz und Ansfelden
·39-Jähriger tötet fünf
Familienmitglieder
Der Tathergang in einem
chronologischen Ablauf
·GRAFIK: 5 Morde in Wien & Oberösterreich
39-jähriger löscht seine ganze Familie mit Axt aus
·Max Friedrich: "Der Mann hatte genug"
Psychiater analysiert geplanten Rachefeldzug
·Tragische Bluttaten im Familienverband
Die schockierendsten Morde seit dem Jahr 2004
·"Jetzt haben wir traurige Berühmtheit"
Nachbarn reagieren schockiert auf die Morde

Schulden in der Höhe von 300.000 Euro veranlassten einen Mann zu einem Blutbad: Weil er seinen Lieben die "Schmach" der Geldsorgen ersparen wollte, soll der 39-jährige Reinhard St. zuerst seine Frau und seine Tochter in Wien-Hietzing ermordet haben. Danach fuhr der Verdächtige nach Ansfelden und Linz, wo er seine Eltern und den verwitweten Schwiegervater mit einer Axt erschlagen haben soll. Die Leichen wurden mit Tüchern zugedeckt gefunden, nachdem sich der Mann selbst der Polizei gestellt hatte, so Oberstleutnant Stecher von der Kriminaldirektion 1.
"In meiner Wohnung liegen meine tote Frau und mein totes Kind", erklärte der 39-Jährige gegen 3.20 Uhr den Beamten auf der Polizeiinspektion in der Lainzer Straße in Wien. Zuvor habe er die beiden in der weiträumigen Wohnung in der Neue-Welt-Gasse in Hietzing erschlagen. Die Tochter wurde in einem Schrankraum mit Fenstern gefunden, die Frau im Badezimmer. Im Einfamilienhaus seiner Eltern in Ansfelden tötete er seine 69-jährige Mutter Gabriela, als ihm diese die Tür öffnete. Seinen im Fernsehsessel schlafenden Vater Engelbert (72) traf er mit der Axt im ersten Stock des Gebäudes. Gegen 19.00 Uhr erschlug er schließlich noch seinen verwitweten Schwiegervater Heinrich R. (80) in dessen Wohnung in Linz, berichtete Stecher bei einer Pressekonferenz.
Bluttaten vor Geständnis unbemerkt
Nach den Taten sei der mutmaßliche Mörder "in der Gegend herumgefahren", bis er sich schließlich stellte. Die Tatwaffe - eine neuwertige Axt, die er offenbar extra für die Tat gekauft hatte - wurde in seinem Auto in einem Rucksack hinter dem Rücksitz sichergestellt. Seine Opfer traf der Mann im Kopf- und Oberkörperbereich, dann deckte er die Leichen mit Lein- und Handtüchern zu. Bei den drei Leichen in Oberösterreich wurde je ein Brief von Reinhard St. gefunden, in Wien gab es laut Stecher vorerst keine solche Funde. In Ansfelden musste das Einfamilienhaus laut den Ermittlern offenbar erst von der Feuerwehr geöffnet werden. Von den Taten dürfte niemand etwas bemerkt haben.
Wegen Geldschulden in den Wahnsinn
Als Motiv gab der Mann an, er habe sich mit Geld verspekuliert, dass er sich von einem Familienangehörigen geborgt hatte: Bei der Summe handle es sich um einen sechsstelligen, aber keinen "immens hohen" Betrag. Der mutmaßliche Täter wirke bei den ersten Einvernahmen "nüchtern": "Er schildert den Vorgang sachlich. Er gibt regungslos Antworten auf ihn gestellte Fragen, hat Informationsblätter penibelst durchgelesen", sagte der Ermittler. Die Tatortgruppe war vorerst noch in der Wohnung des Mannes tätig, den genauen Zeitplan und Hergang mussten die Kriminalisten noch rekonstruieren. Der mutmaßliche Täter soll auch einen Selbstmordversuch verübt haben. Er stand in der Kriminaldirektion 1 unter ständiger Beobachtung.
Bis zur Tat "völlig unauffällig"
Die Familie stammte aus Akademikerkreisen: Der bisher laut Polizei "völlig unauffällige" 39-Jährige hat Publizistik studiert und arbeitete laut eigenen Angaben zuletzt als freier PR-Berater. Er war auch einige Zeit als parlamentarischer Mitarbeiter tätig. Seine Frau Barbara war Beamtin im Finanzministerium. Wie die Exekutive berichtete, gibt es weitere Geschwister des Mannes - zumindest einen Bruder - in Oberösterreich. Ob Reinhard St. auch versucht hatte, an diese heranzukommen, war vorerst noch unklar. Die Hinterbliebenen wurden noch einvernommen. Das Obduktionsergebnis der Leichen soll in Kürze vorliegen. (apa/red)
Fall Heidrun Wastl13:58
Die irre BeichteTatverdächtiger Erich W. spricht von Unfall - "Ich habe sie vermutlich getroffen"
Erdbeben in Italien13:28
Österreich spürte BebenÜber 1.000 Menschen meldeten Erdstöße - sogar bis Linz und Wien spürbar
