Die Grünen wollen zeitgemäßen Sexkoffer:
Sexualkundeunterricht bedarf einer Reform
- Sexualkunde aus Religionsunterricht ausklammern
- Mehr externe Sexualpädagogen als Unterrichtende

Die Wiener Grünen fordern eine Reformierung des Sexualkundeunterrichts an öffentlichen Schulen: Als zentrale Inhalte dieses "zeitgemäßen Sexkoffers" wünscht sich die Grüne Schulsprecherin Jerusalem unter anderem mehr externe Sexualpädagogen, Aufklärung bereits ab dem Kindergartenalter sowie eine Ausklammerung der Sexualkunde aus dem Religionsunterricht.
Als Hintergrund für den Grünen Appell, der sich in erster Linie an Wiens Stadtschulratspräsidentin Brandsteidl sowie an Unterrichtsministerin Schmied richte, nannte Jerusalem die "große Unzufriedenheit der Jugendlichen mit dem Sexualkundeunterricht". Problematisch sei die Aufteilung des Themas auf zwei Unterrichtsfächer: "Während in Biologie Anatomie und Hormonhaushalt im Vordergrund stehen, wird im Religionsunterricht häufig Anti-Abtreibungspropaganda betrieben und moralisiert", beklagte sie.
Die Wiener Grünen fordern deshalb eine gänzliche Ausklammerung der Sexualkunde aus dem Religionsunterricht. Die Positionen der anerkannten Religionsgemeinschaften widersprächen den Interessen des Staates. Mögliche Widerstände vor allem in Familien mit muslimischem Hintergrund schloss Jerusalem nicht aus. Sie meinte, man dürfe sich im Interesse der Buben und Mädchen jedoch nicht konfliktscheu zeigen.
Zusätzlich sprach sich die Grün-Politikerin für den vermehrten Einsatz von externen Sexualpädagogen aus, da Schüler mit diesen leichter ins Gespräch kämen als mit Lehrern der eigenen Schule. Außerdem forderte sie Aufklärung in nach Geschlechtern getrennten Kleingruppen anstatt Frontalunterricht, mehr Informationen über die Vorbeugung ungewollter Schwangerschaften bzw. über Möglichkeiten nach der Geburt.
(apa/red)
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