Schüler fallen beim Geschmackstest durch:
Ob süß oder sauer - für Kids ist alles gleich
- Nur Viertel der 10 - 13-Jährigen kann unterscheiden
- Schmecken und Riechen fällt Kindern äußerst schwer

·Obst-Schlacht oder Schoko-Kleckereien?
Die richtige Ernährung für Ihr gesundes Kind
·Ärzte warnen: Wir werden immer dicker!
35-40% der Österreicher leiden an Übergewicht
·Mann isst Fleisch, Frau bevorzugt Obst
Klischee bestätigt: Deftig
ist es Jungs am liebsten
Bittere Erkenntnis: Drei Viertel der Kinder von zehn bis 13 Jahren sind nicht in der Lage, süß, sauer, bitter und salzig zu unterscheiden. Das ergab eine im Auftrag der AMA Marketing durchgeführte Studie, deren Ergebnisse in Wien präsentiert wurden.
Für die Studie unter der Leitung des Lebensmittelwissenschaftlers Klaus Dürrschmid von der Universität für Bodenkultur wurden die Geschmacks- und Geruchswahrnehmung von 385 Kindern in 18 Schulen getestet. Überraschend große Defizite gibt es demnach nicht nur beim Schmecken, sondern auch beim Riechen: Nur 57 Prozent der Kinder konnten von elf Gerüchen zumindest acht richtig erkennen, lediglich jedes neunte hatte "elf Richtige".
27 Prozent der Probanden schafften es, alle vier Grundgeschmacksrichtungen zu unterscheiden. Knapp ein Viertel erkannte eine, acht Prozent identifizierten überhaupt keine der Geschmacksarten. 71 Prozent erkannten "süß", 58 Prozent "salzig", jeweils 45 Prozent "bitter" und "sauer".
Landkinder können besser riechen
Kinder aus ländlichen Regionen waren beim Riechen besser als solche aus der Stadt, sie essen weniger Weißbrot, dafür mehr Misch- und Vollkornbrot, trinken weniger stark Gesüßtes und greifen seltener zu Schnellimbissen. Hauptschüler konsumieren im Vergleich zu Kindern im Gymnasium mehr Weißbrot, weniger Obst und Gemüse, dafür mehr gesüßte Getränke und Schnellimbissgerichte. Sie schnitten sowohl beim Geruchs- als auch beim Geschmackstest schlechter ab. Grundsätzlich gilt: Je höher der Obst- und Gemüsekonsum, desto besser die olfaktorischen Leistungen.
Ob die Zusammenhänge mit Ernährungsgewohnheiten kausal sind, wurde noch nicht untersucht. Dürrschmid: "Eine genetische Disposition wäre denkbar. Es darf auch nicht daraus geschlossen werden, dass Kinder schlechter riechen und schmecken als vor 20, 30 Jahren." Auf jeden Fall schneiden Erwachsene in beiden Kategorien bedeutend besser ab.
Überaromatisierte Gesellschaft
AMA-Marketing-Geschäftsführer Stephan Mikinovic wies darauf hin, dass "wir in einer überaromatisierten Gesellschaft leben. Der durchschnittliche Konsument nimmt pro Jahre 19 Kilo Industriekonzentrate zu sich - mehr als Äpfel oder Paradeiser."
"Die Genussfähigkeit ist ein wichtiger Bestandteil der Persönlichkeitsbildung", erklärte die Pädagogin und Ernährungswissenschafterin Andrea Lehner. Sinne können geschult werden - und solche Schulungen spielen eine wichtige Rolle bei der Prävention von Essstörungen. (apa/red)
