Montag, 5. Mai 2008

Freie Fahrt für Sex nach dem Herzinfarkt:
Ärger und Stress sind weitaus gefährlicher

  • Sexualakt ist so anstrengend wie etwa Laub rechen
  • Ergebnis der deutschen Akademie für Sexualmedizin

Auch nach einem Herzinfarkt müssen Betroffene nicht auf sexuelle Aktivität verzichten. "Beim Sex bis zum Orgasmus klettert der Puls auf etwa 120 Schläge pro Minute", erläuterte Carla Thiele auf einer Pressekonferenz zur 32. Jahrestagung der deutschen Akademie für Sexualmedizin in Leipzig. Dies sei vergleichbar mit der Belastung, die bei Tätigkeiten wie Laub rechen oder dem Tragen von zwei Einkaufstaschen entstehe.

Das Fazit der Internistin: "Wer fit für den Alltag ist, ist auch fit für Sex." Außerdem nannte die Ärztin die Angst unbegründet, beim Liebesspiel einen Herzinfarkt zu erleiden. Dies komme lediglich in 1,5 Prozent aller Infarkte aus Auslöser infrage. Anstrengungen wie Ärger oder Stress seien weitaus gefährlicher. "Zu 19 Prozent ereignen sich Herzinfarkte sogar unmittelbar nach dem Erwachen", machte Thiele deutlich. Auch für den plötzlichen Herztod sei Sex in lediglich 0,6 Prozent aller Fälle verantwortlich zu machen. Die Gefahr erhöhe sich nur dann, wenn der Sex außerhalb der Beziehung, in fremder Umgebung oder nach übermäßigem Essen oder Alkoholkonsum stattfinde. (apa/red)

5.5.2008 14:51