Montag, 12. Mai 2008

Spiele für jedermann auf dem Vormarsch:
news.at besucht Electronic Arts in London

  • Branchenriese präsentierte neues "EA Casual"-Label
  • KLICKEN: Interviews, Highlights und Bilder zum Event

London, Dreiwetter-Taft, das Haar hält: Electronic Arts lud news.at erstmals in die britische Metropole ein, um zwei Tage lang einen Blick auf die kommenden Highlights des Spiele-Giganten werfen zu können. Mit im Programm: Das neue Label "EA Casual" inklusive Baustein-Feuerwerk "Boom Blox", ein innovatives Gratis-Konzept namens "Battlefield Heroes" und eine Vielzahl interessanter Gespräche mit leitenden Köpfen des Milliarden-Imperiums.

Unmissverständlich zum Ausdruck kam von Electronic Arts die Kampfansage, künftig verstärkt Gelegenheitsspieler - im Fachjargon "Casual Gamer" - in den Bann virtueller Universen ziehen zu wollen. Die treue Klientel der Dauerzocker wird deshalb aber nicht gleich im Stich gelassen. Ein von kommunistischer Propaganda durchwachsenes Firmenlogo zeigte beim "Annual Showcase"-Event mit wenig historischem Feingefühl, welchen Kurs der Branchen-Goliath (nach wie vor) anstrebt: Die totale Herrschaft über den Spielemarkt.

Jeder soll spielen
Kunterbunt eingekleidet präsentierte sich zu Beginn die Welt von "EA Casual", der neuen Marke für Gelegenheitsspieler: In einem dreistöckigen Haus mitten in Soho wurde zwischen grellen Designermöbeln, Konsolen-Anhäufungen und Schokolinsen veranschaulicht, dass Videospiele für die ganze Familie da sind. Insbesondere aufgefallen ist dabei die Kooperation mit Spielzeughersteller Hasbro, aus der eine Fülle virtualisierter Brettspiele wie etwa Monopoly entstehen werden. Neben einem Einblick in ein Online-Universum für Kids, dem neuen "Harry Potter"-Spiel und einem gescheiterten Überzeugungsversuch, sich auch mit Handyspielen anzufreunden, bot sich dann ferner die Gelegenheit interessante Interviews mit Russell Arons und Tim Harrison zu führen (siehe "mehr zur Story").

Steinchen-Feuerwerk gefällig?
Der absolute Lichtblick des Tages strahlte einem jedoch im verhältnismäßig dunklen und als Kinderzimmer getarnten Kellerraum entgegen. Das Geschicklichkeitsspiel "Boom Blox" für Nintendo Wii hinterließ den Eindruck einer Mischung aus Jenga und Dosenwerfen und zog viele der Anwesenden (inklusive news.at-Reporter) dank intuitiver Bedienung und schmucker Präsentation rasch in seinen Bann. Kein Wunder eigentlich, wenn man die Tatsache berücksichtigt, dass der spaßige Titel unter der Regie von Steven Spielberg entwickelt wurde. Endlich ein Rezept, das für luftig, lockere Casual-Spiele wirklich plausibel klang: Man nehme eine Hollywood-Größe und stelle ihm eine Horde Wii-Entwickler zur Verfügung. Zwei weitere Titel dieser Machart sind übrigens noch vertraglich vereinbart. Man darf gespannt bleiben.



Gemeinsam sind wir stark
Am zweiten Präsentationstag ging es weitaus ernster zu. In einer Präsentationshalle, die bis an die Decke mit aufwendigen Bühnenkulissen und High-End-Technik vollgestopft war, wurde ein Einblick in jene Universen gewährt, die das Herz von Dauerzockern künftig höher schlagen lassen sollen: Von finsteren Fantasywelten aus "Warhammer Online" über die gefährlichen Weiten des Weltraums in der PC-Version von "Mass Effect" bis hin zu hart umkämpften Kriegsschauplätzen zahlreicher Shooter bot die Reise vor allem die Erkenntnis, dass die Symbolik des fragwürdigen Logos aufgrund der unzähligen Einverleibungen von namhaften Entwicklungsstudios tatsächlich bald reale Gestalt annehmen könnte.

Soldatenleben mal innovativ
Aus der Titelfülle insbesondere hervorstechen konnte der Shooter "Battlefield Heroes". Innovativ daran ist allerdings weniger das im witzigen Cartoon-Stil gehaltene Spielprinzip als vielmehr das Vertriebsmodell: Das Spiel wird nämlich gratis erhältlich und komplett via Internetbrowser spielbar sein. Die Finanzierung erfolgt über Werbebanner in den Menüs und auf der Webseite selbst sowie über Mikro-Transaktionen, bei denen sich Spieler diverse Inhalte dazukaufen können. Eine Entwicklung, die laut Ben Cousins, Executive Producer von DICE, auch in Europa zunehmend an Bedeutung gewinnen soll.



Coming (not so) soon…
Hinter verschlossenen Türen war zum Abschluss nach einem kurzen Streifzug im Sandkasten-Shooter "Mercenaries - World in Flames" das zu sehen, wofür jeder Fantasy-Fan mit Hang zu epischen Trilogien vermutlich sogar seine Großmutter verkaufen würde. Aufgrund eines Embargos darf an dieser Stelle jedoch leider nicht mehr dazu preisgegeben werden. Was allerdings verraten werden darf, ist der Umstand, dass Electronic Arts auch in Zukunft viele heiße Eisen im Feuer hat, um sich weiterhin im Spitzenfeld der Branche behaupten zu können. (Benjamin Brandtner)

12.5.2008 18:55