Besondere Wirkung von Absinth widerlegt:
Schnaps wirkt nicht wie illegale Drogen
- Forscher: Nur der hohe Alkoholgehalt ist gefährlich
- Getränk enthält der Legende nach ein starkes Gift

Es ist ein Trunk, um den sich jahrzehntelang Legenden rankten: Dem Kräuterschnaps Absinth wurde eine starke Rauschwirkung zugerechnet, so dass das Getränk lange verboten war. Wissenschaftler aus den USA, Großbritannien und Deutschland haben jetzt aber die besondere Wirkung des Absinths widerlegt. Nach ihren Untersuchungen enthalten auch alte Flaschen keine erhöhten Mengen eines bestimmten Wermutbestandteils, der Thujon genannt wird. Einen Rausch kann einzig der Alkohol auslösen, der in Absinth reichlich enthalten ist.
Absinth wird aus destillierten Kräutern oder deren Extrakten hergestellt, darunter Wermut und grüner Anis. Der Legende nach enthält das Getränk ein starkes Gift, das Halluzinationen hervorruft, Menschen verrückt werden lässt, epileptische Anfälle auslöst und den Maler Vincent van Gogh dazu brachte, sich ein Ohr abzuschneiden. Alles falsch, wie die Forscher jetzt herausfanden.
Die Wissenschaftler sammelten mit großem Aufwand mehr als ein Dutzend historische Absinthe und achteten dabei etwa darauf, dass die Flaschen intakte Wachssiegel sowie originale Korken und Etiketten hatten. Das Urteil der Forscher: "Die Ergebnisse zeigen schlüssig, dass die Thujongehalte von historischem Absinth bisher erheblich überschätzt wurden." Der Thujongehalt der untersuchten Proben lag zwischen 0,5 und 48,3 Milligramm je Liter. Der aktuelle EU-Grenzwert liegt bei 35 Milligramm, wie das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe mitteilte. Auch alle anderen Bestandteile waren aus toxikologischer Sicht unbedenklich.
(apa/red)
