Samstag, 10. Mai 2008

Ötsch-Rücktritt laut ÖIAG nicht gefordert:
"Scheich fordert nicht den Kopf von Ötsch"

  • Al Jaber fühlt sich allerdings "in die Irre geführt"
  • Michaelis erklärt: Scheich diktiert nicht Verhandlung

ÖIAG-Chef Peter Michaelis dementiert die kolportierte Auffassung, dass der Investor Mohamed Bin Issa Al Jaber als eine Bedingung für seine Rückkehr zum zugesagten und dann zurückgezogenen Investment in die AUA den Rücktritt von AUA-Chef Alfred Ötsch verlange. "Der Scheich fordert nicht den Kopf von Alfred Ötsch", unterstrich Michaelis im Ö1-"Mittagsjournal".

Auch sonst werde nicht am Stuhl des AUA-Chefs gesägt. "Der Aufsichtsrat ist sich seiner Verantwortung bewusst und steht hinter dem Vorstand", sagte Michaelis auf die Frage, ob Ötsch bis Ende seines Vertrags im Amt sein werde. Sein Verhältnis zu Ötsch? Man habe "eine gute Gesprächsbasis miteinander".

Michaelis stellte in Abrede, dass der Scheich bei den laufenden Verhandlungen die Spielregeln diktiere, vielmehr handle es sich um "vertrauensbildende Maßnahmen", um Al Jaber zu bewegen, zu seiner ursprünglichen Investitionszusage zurückzukehren. Unter anderem soll die Bestellung eines zweiten Mitglieds in den AUA-Aufsichtsrat von 2011 auf einen früheren Zeitpunkt vorgezogen werden. Über weitere Bedingungen will Michaelis nicht sprechen.

Al Jaber fühlt sich "in die Irre geführt"
Nach der Veröffentlichung eines überraschend hohen Quartalsverlustes von 60 Mio. Euro hatte Al Jaber Abstand von der angekündigten Investition über 150 Mio. Euro genommen. Er fühle sich "in die Irre geführt" und an seine vertragliche fixierten Zusagen nicht mehr gebunden.

Al Jaber werde behandelt wie andere Aktionäre auch, unterstrich Michaelis. "Der CEO (Vorstandschef, Anm.) würde sich strafbar machen, wenn er vor der Veröffentlichung von Quartalsergebnissen Insider-relevante Daten bekanntgibt". Michaelis geht davon aus, dass jemand, der 150 Mio. investiere, "sich mit allen Gegebenheiten auseinandergesetzt hat". (APA/red)

10.5.2008 14:38