AUA ist offen für neue Investitionspartner: Airlines-Boss Ötsch im Interview mit NEWS
- AUA-Chef wegen Al-Jaber-Troubles stark unter Druck
- Überraschend hohe Verluste im ersten Quartal 2008

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AUA-Chef Alfred Ötsch
im NEWS-Interview
Der geplante Einstieg von Scheich Mohamed Bin Issa Al Jaber bei der AUA geriet zum Höllenritt für die Airline und zum Prüfstein für AUA-Boss Alfred Ötsch. Trotz der jüngsten Turbulenzen hält Ötsch die Landebahn für Partner frei und formuliert im NEWS-Interview erstmals Rahmenbedingungen für Partnerschaften.
NEWS: Der hohe Verlust der Austrian Airlines im ersten Quartal 2008 hat die Anleger und Investor Scheich Al Jaber geschockt. Ist die AUA doch nicht saniert?
Alfred Ötsch: Die AUA hat die größten Verlustquellen im vergangenen Jahr beseitigt. Das ändert nichts daran, dass wir ein sehr schwieriges Jahr 2008 zu bewältigen haben. Sie kennen selbst den exorbitanten Anstieg des Kerosinpreises, um nur einen Faktor anzuführen.
NEWS: Scheich Al Jaber soll befürchtet haben, dass sein geplantes Investment von 150 Millionen Euro nur der Verlustabdeckung dient.
Ötsch: Das weise ich ganz klar zurück. Die AUA hat eine solide finanzielle Situation. Die Liquidität ist ausreichend, um auch ein schwieriges Jahr wie dieses gut zu überstehen.
NEWS: Was passiert mit dem Geld aus der Kapitalerhöhung?
Ötsch: Damit wird die Expansion der AUA in den Osten unterstützt und die Eigenkapitalbasis gestärkt.
NEWS: Warum geht es der AUA heuer so schlecht, während es der Lufthansa gut zu gehen scheint?
Ötsch: Die Lufthansa ist die einzige Airline, die outperformt. Alle anderen haben zu kämpfen. Der Vergleich ist schon ob der Größenordnung nicht ganz fair.
NEWS: Immer wieder wird die Lufthansa als möglicher Partner für die AUA empfohlen und das Modell Swiss zitiert.
Ötsch: Daran habe ich mich schon gewöhnt.
NEWS: Zu einem Partner bzw. neuen Mehrheitseigentümer für die AUA kommt von Ihnen aber immer ein kategorisches Nein?
Ötsch: Ein kategorisches Nein hören Sie von mir unter der Prämisse, dass die AUA nachhaltig und abgesichert positive Ergebnisse schreiben kann.
NEWS: Laut dem Schreiben seiner Anwälte fühlt sich Scheich Al Jaber "bewusst in die Irre geführt". Gerüchte besagen, der Scheich habe kein Vertrauen mehr in Sie.
Ötsch: Fairness im Geschäft ist mein oberstes Prinzip. Diesen Ruf lasse ich mir nicht zerstören. Sie selbst sprechen von Gerüchten, vielleicht auch bewusst gestreuten. Deshalb möchte ich mit dem Scheich persönlich klären, ob und wie es zu Missverständnissen gekommen ist.
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