Faymanns spricht zu ÖBB-Plänen in NEWS:
"Kein Stein wird auf dem anderen bleiben!"
- Fast der gesamte Vorstand wird jetzt ausgewechselt
- Bald gibt es neue Züge & ein größeres Streckennetz

Bei den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) bleibt kein Stein auf dem anderen. Fast der gesamte Vorstand wird ausgewechselt, die Bezüge der Vorstände werden neu geregelt, und neue Strecken und Züge sollen kommen. Nach den turbulenten Monaten soll jetzt die Bahn aus der Schieflage auf solide Schienen gestellt werden. Der für die Bahn zuständige Verkehrsminister Werner Faymann will aus dem krisengeschüttelten Unternehmen nun einen Vorzeigebetrieb basteln. Bis 2020 werden insgesamt 20 Milliarden Euro investiert.
NEWS: Herr Minister, die letzten Wochen bei den ÖBB waren äußerst turbulent. Wie sehr hat Ihnen die Zeit zugesetzt?
Werner Faymann: Die Bahn ist ein Unternehmen mit über 43.000 Mitarbeitern, die sich jeden Tag einsetzen und ihr Bestes geben. Ein Führungswechsel wirkt sich vor allem auf sie aus. Es tat mir leid, dass die Personalangelegenheiten der Vorstände weitgehend in der Öffentlichkeit geführt wurden.
NEWS:Vorstand Peter Klugar, der neuer ÖBB-General wird, ist der Einzige des vierköpfigen Vorstands, der bleibt. Wie viele Vorstände wird es künftig geben?
Werner Faymann: Es soll zwei Vorstände der Holding geben. Finanzvorstand Erich Söllinger legt aus eigenem Antrieb sein Amt mit 30. September zurück, bis dahin wird ein neuer Finanzvorstand zu finden sein. Eine strategische Holding soll über starken Töchtern stehen.
NEWS:Was soll sich bei den ÖBB jetzt ändern?
Werner Faymann: Wir haben ein umfassendes Programm vor uns. Bis 2020 werden 20 Milliarden Euro in die Bahn investiert. Bahnhöfe werden modernisiert, die Südstrecke durch Koralmtunnel und Semmeringtunnel ausgebaut, die Westbahn wird viergleisig und vieles mehr. Es werden Waggons gekauft und das Service weiter verbessert. Wenn die Bahn so attraktiv ist, dass die Frage "Fahre ich heute mit dem Auto oder mit dem Zug?" zugunsten des Zuges entschieden wird, dann sind wir auf dem richtigen Weg.
NEWS:Wird der Service in den Zügen verbessert? Wird es etwa Angebote wie bei Flügen - Musik, Film - oder auch eigene Kinderspielabteile geben?
Werner Faymann:Kinderspielecken gibt es bereits in vielen Zügen. Die neuen Railjets werden auch mit Kinderkinos ausgestattet sein. Alles andere ist noch in Diskussion.
NEWS:In den Öffis in Graz gibt es ein Handyverbot. Kommt das auch bei den ÖBB?
Werner Faymann: Es gibt einen Pilotversuch, handyfreie Abteile einzuführen. Ein generelles Handyverbot wird es aber, solange ich der zuständige Verkehrsminister bin, nicht geben.
NEWS:Wie sieht es mit dem Ausbau des Streckennetzes aus?
Werner Faymann:Das Streckennetz wird ausgebaut. Mit dem derzeitigen ÖBB-Rahmenplan bis 2013 wird das Netz um 357 Kilometer Schieneninfrastruktur erweitert. Über weniger befahrene Strecken wird mit den Ländern und Gemeinden eine bessere Nutzung überdacht.
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