Donnerstag, 8. Mai 2008

Das lange Warten auf den Scheich: Ötsch-
Rücktritt soll Bedingung für Al Jaber sein

  • Hauptversammlung geht auf alle Forderungen ein
  • Analysten äußern sich bisher sehr zurückhaltend

Bei der AUA geht das Warten auf den Scheich weiter. In eingeweihten Kreisen gilt es als gut möglich, dass sich der Investor demnächst zu Wort meldet, nachdem die Aktionäre bei der gestrigen Hauptversammlung die Kapitalerhöhung und die Wahl von Klaus Edelhauser in den AUA-Vorstand mit deutlicher Mehrheit angenommen haben.

Dabei handelt es sich um Bedingungen des Scheichs, um die angekündigte und dann wieder abgeblasene Investition über 150 Mio. Euro in die AUA doch noch vorzunehmen. Analysten heimischer Großbanken zeigten sich "am Tag danach" sehr zurückhaltend in der Bewertung der Ereignisse. "Wir müssen weiter abwarten, was jetzt wirklich passiert", hieß es etwa. "Jede der vorgebrachten Argumentationen war in sich schlüssig", meinte ein anderer Experte. Zur losgetretenen Diskussion über eine mögliche Ablöse von AUA-Chef Alfred Ötsch wollten sich die Analysten nicht einlassen, auffällig sei aber gewesen, dass gestern stark "auf die AUA und ihren Vorstand hingepinkelt" worden sei.

Tauziehen um Ötsch-Verbleib
"Der Aufsichtsrat steht voll hinter Ötsch", unterstrich ÖIAG-Chef Peter Michaelis bei der gestrigen Hauptversammlung unmissverständlich. Dem Vernehmen nach ist ein Ötsch-Rücktritt eine Bedingung von Scheich Al Jaber. Auch Kleinaktionärsvertreter Wilhelm Rasinger hat heute seinen Ruf nach einem Rücktritt von AUA-Chef Alfred Ötsch erneuert.

Konkret wirft Rasinger dem AUA-Chef eine "unglückliche Kommunikationspolitik" vor, und dass sich das Ergebnis im Jahr 2007 - als die AUA erstmals nach negativen Jahren einen Gewinn von 3,3 Mio. Euro aufwies - nicht stärker gebessert habe. "Ötsch hat seine Chance gehabt", so Rasinger. Als Branchenfremder sei er in dieser Situation "nicht der richtige Mann". Wer das Wohl des Unternehmens über das eigene stelle, "der weiß, wann die Zeit gekommen ist, den Hut zu nehmen", sagte Rasinger heute im Ö1-"Mittagsjournal".
(apa/red)

8.5.2008 14:54