Großhandelspreise steigen weiterhin an:
Starke Inflation bei Nahrung in Österreich
- Preisanstieg bei Düngemittel, Getreide & Benzin
- Nahrungsmittelpreis steigt stärker als Inflationsrate

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Die Preise steigen weiter: Der Index der Großhandelspreise ist im April 2008 im Vergleich zum April des Vorjahres um 9,1 Prozent gestiegen. Besonders stark fiel der Preisanstieg bei Düngemittel, Getreide und Benzin aus, teilte die Statistik Austria mit.
Im Vergleich zum April 2007 haben sich die Großhandelspreise für "Düngemittel und agrochemische Erzeugnisse" (+54,5 Prozent), "Getreide, Saaten und Futtermittel" (+54,2 Prozent), "Sonstige Mineralölerzeugnisse" (+34,9 Prozent), "Motorenbenzin (inkl. Diesel)" (+24,8 Prozent), "Altmaterial und Reststoffe" (+16,8 Prozent), "Feste Brennstoffe" (+16,7 Prozent), "Obst, Gemüse und Kartoffeln" (+15,0 Prozent), "Nichtalkoholische Getränke" (+14,1 Prozent), "Milch, Milcherzeugnisse, Eier und Speiseöle" (+12,6 Prozent) sowie "Eisen und Stahl" (+10,8 Prozent) wesentlich erhöht,
Deutliche Preisrückgänge sind bei "Häuten, Fellen und Leder" (-16,8 Prozent), "Datenverarbeitungsgeräten und peripheren Einheiten" (-13,1 Prozent), "Blumen und Pflanzen" (-9,2 Prozent), "Rundfunk- und Fernsehgeräten, Bild- und Tonträgern" (-7,6 Prozent) sowie "Textil-, Näh- und Strickmaschinen" (-6,8 Prozent) eingetreten. Der Großhandelspreisindex für Saisonwaren liegt um 19,4 Prozent über jenem des Vorjahresmonats, die saisonunabhängigen Waren haben sich um 8,9 Prozent verteuert.
Gegenüber März 2008 stieg der Index der Großhandelspreise um 0,3 Prozent. Von März auf April 2008 wurden Getreide, Saaten und Futtermittel um 3,6 Prozent billiger.
Rewe vergrößert Abstand zu Spar
Die drei größten Handelsorganisationen - Rewe, Spar und Hofer - haben 2007 ihre Marktanteile weiter ausgebaut. Damit stieg auch der Konzentrationsgrad auf 77,4 Prozent. Der Diskonter-Anteil liegt derzeit bei über 30 Prozent (Hofer und Lidl kommen gemeinsam auf 23 Prozent), Tendenz steigend: Nielsen-Chef Martin Prantl erwartet ein weiteres Plus auf 35 Prozent.
Österreich findet sich mit dieser starken Handelskonzentration in einer Riege mit den skandinavischen Ländern, Belgien und der Schweiz. Große Länder wie Deutschland, Frankreich oder England weisen eine niedrigere Handelskonzentration aus, hieß es. Der Wettbewerb in Österreich sei von der starken Konzentration aber nicht beeinträchtigt, so die Nielsen-Experten.
Inflation bei Nahrung stärker als bei Nachbarn
Der Inflationsschub in der zweiten Jahreshälfte 2007 und im ersten Quartal 2008 sei zwar ein internationales Phänomen, in Österreich sind die Nahrungsmittelpreise aber mehr gestiegen als in den Nachbarländern. Auch im Vergleich zum EU-Durchschnitt hat sich Essen hierzulande stärker verteuert. Das sei "überraschend", sagte der Direktor der Österreichischen Nationalbank, Josef Christl.
Insgesamt haben sich die Nahrungsmittelpreise bei einer Inflationsrate von 3,5 Prozent um 7,7 Prozent erhöht: "Die Nahrungsmittel steigen also momentan doppelt so rasch wie die allgemeine Inflationsrate", so Christl. Als Gründe nannte der OeNB-Direktor zwar einerseits die Entwicklung auf den Weltmärkten, es gebe aber auch hausgemachte Ursachen. So sei der Brotpreis in Österreich mit 15 Prozent überdurchschnittlich gestiegen, der Erzeugeranteil, also jener für Weizen, liege aber nur bei 2,6 Prozent der Kosten.
Neben Energie- und Nahrungsmittelpreisen sieht Christl auch die überdurchschnittlich starken Gebührenerhöhungen als Preistreiber in Österreich. So hätte die öffentliche Hand bei einem Gebührenstopp im Jahr 2007 die Jahresinflation um 0,3 Prozentpunkte senken können.
Lässt Inflation 2009 nach?
2009 sollte der Inflationsdruck aber nachlassen, meinte Christl. Die aktuelle OeNB-Prognose geht momentan davon aus, dass die jetzige Inflationsrate von 3,5 Prozent im März bis Juni 2009 auf 2,2 Prozent zurückkommen sollte. Die Jahresinflation 2008 sieht er bei 3 Prozent, wenngleich im Juni - bedingt durch höhere Gastronomie- und Hotelpreise während der EURO 2008 - wieder kurzfristig nach oben gehen werde.
(apa/red)
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