Dienstag, 6. Mai 2008

122 Dollar pro Fass: Ölpreis klettert erneut auf ein noch nie dagewesenes Rekordhoch

  • Erhöhungen an Tankstellen schon bald bemerkbar
  • Besonders Dieselpreise geraten damit unter Druck

Die Ölpreise haben ihre Rekordjagd fortgesetzt. Nachdem der US-Ölpreis bereits nach einem Kurssprung von rund vier Dollar erstmals über die Marke von 120 Dollar (77,3 Euro) gestiegen war, kletterte der Preis für US-Leichtöl nun erstmals auf 122 Dollar (78,6 Euro). Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Juni noch 121,63 Dollar und damit 1,66 Dollar mehr als zum Handelsschluss am Vortag.

Als Gründe für die neuerliche Preisaufschlag nannten Rohstoffhändler und Experten den schwachen Dollar sowie Meldungen aus Nigeria und Irak über mögliche Störungen in der Ölförderung. Zudem treibe der Energiehunger Chinas den Preis. Auch das für die Versorgung in Europa wichtige Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich weiter. Am zentralen Handelsplatz in London stieg der Preis für ein Fass zwischenzeitlich um 19 Cent auf den Rekordwert von 118,18 Dollar.

Erhöhungen an Tankstellen
Die Preisrally bei den Ölpreisen wird sich in Bälde auch bei den heimischen Tankstellenpreisen durchschlagen, schätzt der Österreichische Fachverband der Mineralölindustrie. Wie sich die Ölpreise an den internationalen Märkten in naher Zukunft weiter entwicklen werden, lasse sich aber schwer abschätzen, so Verbands-Geschäftsführer Christoph Capek.

Dieselpreise unter Druck
Grundsätzlich gelte, dass besonders die Dieselpreise unter Druck seien. Dies sei auf die hohe Dieselnachfrage in Europa bei gleichzeitig mangelnden Raffineriekapazität in den für den heimischen Markt entscheidenden Zulieferländern in den ehemaligen Sowjet-Republiken zurückzuführen. Dazu komme, dass sich nur ein bestimmter Anteil Diesel aus Rohöl gewinnen lasse - sprich bei der Verwendung von Rohöl automatisch auch ein bestimmter Benzinanteil anfällt. Die folge sei, dass jetzt Diesel schon stellenweise teurer als Benzin sei.

Skeptisch äußerte sich Capek zu Forderungen von FPÖ und BZÖ, den Spritpreis auf einen Euro pro Liter zu begrenzen.

(apa/red)

6.5.2008 18:35