Dienstag, 6. Mai 2008

Schweizer Bank UBS baut 5.500 Stellen ab: Weist Quartalsverlust von 7 Milliarden € aus

  • Bis Ende 2008 sollen 2.600 Posten abgebaut werden
  • Kunden haben bereits Vermögenswerte abgezogen

Die krisengeschüttelte Schweizer Großbank UBS will nach neuen exorbitanten Milliardenverlusten wegen der Finanzmarktkrise mehr als 5.000 Stellen abbauen. Wie die Bank in Zürich mitteilte, rutschte sie im ersten Quartal tief in die roten Zahlen. Der Verlust vor Steuern habe 11,53 Mrd. Schweizer Franken (7,07 Mrd. Euro) betragen. Im Vorjahresquartal hatte die UBS vergleichbar noch einen Gewinn von 3,28 Mrd. Franken erzielt. Wann es eine Rückkehr in die schwarzen Zahlen geben wird, bleibt ungewiss.

Im Bereich Investment Banking sollen bis Ende 2008 bis zu 2600 Arbeitsplätze wegfallen, meist durch Entlassungen hauptsächlich in den USA und England. In diesem von der US-Immobilienkrise vor allem betroffenen Bereich waren bereits 1.500 Banker abgebaut worden. Bei unveränderten Marktverhältnisse rechnet die UBS damit, dass bis Mitte 2009 insgesamt etwa 5.500 Mitarbeiter weniger beschäftigt werden. Derzeit arbeiten bei der größten Bank der Schweiz rund 84.000 Menschen. In der Schweiz sollen nach Angaben von UBS-Chef Marcel Rohner an die 1.500 Stellen gestrichen werden, allerdings vor allem durch Ausnützung der Fluktuation. Diese löste sofort Protest von Arbeitnehmerorganisationen aus. Wieder müssten Arbeitnehmer die Fehler des Managements ausbaden, meinte der Angestelltenverband KV Schweiz etwa.

Allein durch den Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes gab es per 31. März für die größte Bank der Schweiz Verluste von rund 19 Mrd. US-Dollar (12,3 Mrd. Euro). Die Abwärtsspirale am Markt für US-Hypotheken habe sich im ersten Quartal immer schneller gedreht, schreibt die Bank. Immerhin konnte die UBS einen Teil ihrer Sorgen loswerden. Sie habe mit dem US-Investor und Vermögensverwalter Black Rock eine Grundsatzvereinbarung getroffen, dass dieser risikobehaftete US-Hypothekenpapiere im Nominalwert von 22 Mrd. Dollar für 15 Mrd. Dollar kaufe. Dadurch würden die Risiken im verbleibenden Portfolio der UBS substanziell reduziert, sagte der neue Investment-Banking-Chef Jerker Johansson.

Die UBS rechnet für das Gesamtjahr 2008 weiter mit einem schwierigen Umfeld für die gesamte Finanzindustrie. Rohner zeigte sich zurückhaltend, was die Rückkehr in die schwarzen Zahlen angeht. In einigen wenigen Quartalen werde die Bank die Schwierigkeiten überwunden haben, sagte er. Er wolle keine Prognosen für die nächsten Monate oder 2009 abgeben. 2007 hatte die UBS einen Verlust von 4,4 Mrd. Franken hinnehmen müssen.

(apa/red)

6.5.2008 13:20