Mittwoch, 7. Mai 2008

AUA hält weiter an einer Kapitalerhöhung fest: Ruf nach Partner wird immer lauter

  • Lufthansa will aber nur auf Einladung einsteigen

Noch steht nicht fest, ob letzte intensive Verhandlungen der staatlichen Beteiligungsholding ÖIAG den österreichisch-arabischen Investor Mohamed Bin Issa Al Jaber überzeugen können, wie geplant 150 Mio. Euro in die AUA zu investieren. Fest steht aber, dass der umstrittene "Punkt 5" auf der Hauptversammlung bleibt, der die Beschlussfassung über die Erhöhung des Grundkapitals vorsieht.

Wenn sich der Scheich tatsächlich zurückziehen sollte, gilt es als wahrscheinlich, dass sich der AUA-Aufsichtsrat auf die Suche nach einem strategischen Partner macht. In diesem Zusammenhang immer wieder genannt wird die deutsche Lufthansa, die allerdings nur "auf Einladung" der AUA tätig werden will, wie bereits mehrfach versichert wurde.

Von AUA in die Irre geführt
Al Jaber, der in Wien zwei Luxushotels betreibt, hatte seinen Rückzug von der geplanten Investition angekündigt, nachdem AUA im ersten Quartal einen unerwartet hohen Verlust von 60 Mio. Euro veröffentlichen musste. Er fühle sich vom AUA-Management, das wenige Wochen vorher die AUA als weitgehend saniert bezeichnet hatte, in die Irre geführt.

Auch die AUA werde sich dem weltweiten Trend zu Zusammenschlüssen und engeren Partnerschaften auf Dauer nicht verschließen können, meinte der Vorsitzende des AUA-Betriebsrats Bord, Michael Eder, im Ö1-Radio. Er wollte sich auf keinen möglichen Partner festlegen, auszuschließen sei weder eine strategische noch eine finanzielle Partnerschaft. "Der Partner muss nicht Lufthansa heißen", so Eder. Ihm gehe es als Betriebsrat primär darum, dass es nicht zu einem deutlichen Personalabbau komme. Sparpotenziale sieht er noch in den Bereichen Treibstoffhedging und in der Flottenpolitik.

Generaldirektor Günter Geyer von der Wiener Städtischen/Vienna Insurance Group, die dem Österreich-Syndikat aus der ÖIAG und heimischen Finanzinstituten angehört, befürwortet einen Einstieg von Al Jaber bei der AUA, das wäre für die Airline und ihren Vorstand "extrem wichtig". Als beste Lösung nannte Geyer in mehreren Medien eine "Stand-Alone-Lösung mit Al Jaber". Komme es nicht dazu, müsste man einen strategischen Partner für die Airline finden, der aber "Garantien für den Standort Wien abgeben" müsste.

(apa/red)

7.5.2008 08:02