ÖFB-Teamkicker bald fit wie ein Turnschuh:
Sportmediziner stellen Aufwärtstrend fest
- Leistungsdiagnostische Tests bringen Aufschlüsse
- Hoffers Speed auf internationalem Top-Niveau

·Effiziente Spielweise statt pausenlos laufen
BILDER: So macht Spry
unsere Kicker EURO-fit
·"Spielintelligenz
ist nicht messbar"
Teamarzt Schopp will Tests nicht überbewerten
·Ivica Vastic ist der
"Häuptling Adlerauge"
Team-Oldie schneidet bei Sehtests am besten ab
·Kader: Das waren die 23 EM-Teilnehmer!
BILDER: Die Spieler des ÖFB-Kaders für die EURO
·IHRE MEINUNG: 1:1 des ÖFB gegen Polen
Wie fanden Sie unsere Kicker beim 2. EM-Spiel?
Die Prognose von Österreichs Fußball-Teamchef Josef Hickersberger, wonach die ÖFB-Auswahl bei der EURO 2008 zu den fittesten Mannschaften zählen wird, könnte tatsächlich eintreten - zumindest wenn es nach Hans Holdhaus, Leiter des Instituts für medizinische und sportwissenschaftliche Beratung (IMSB) in der Südstadt geht. Der Wiener sammelt via leistungsdiagnostischer Tests schon seit vielen Jahren physische Daten über die österreichischen Internationalen und hat diesbezüglich zuletzt einen positiven Trend festgestellt.
"Der heutige Zustand der Teamspieler ist mit dem Zustand der Teamspieler vor fünf oder zehn Jahren nicht zu vergleichen, er ist in allen Bereichen besser geworden. Es gibt wirklich eine neue Generation im österreichischen Nationalteam", sagte Holdhaus, der in der Vorwoche die in der heimischen Bundesliga engagierten EM-Aspiranten auf Herz und Nieren geprüft hat.
Allein schon die Einstellung der Kicker zur Leistungsdiagnostik habe sich im Laufe der Zeit deutlich gewandelt. "Das zeigt zum Beispiel das Interesse der Spieler an den Tests. Sie fühlen sich nicht so wie früher kontrolliert, sondern wissen, dass sie von den Ergebnissen profitieren können", betonte Holdhaus und ergänzte: "Ich mache mir, was die Fitness betrifft, viel weniger Gedanken als über andere Dinge. Im körperlichen Bereich kann mit konsequenter Arbeit noch einiges verbessert werden."
Mittlerweile müssen sich die heimischen Kicker selbst im Vergleich mit europäischen Spitzenspielern nicht verstecken. "Erwin Hoffer zum Beispiel befindet sich mit seinen Schnelligkeitswerten absolut auf internationalem Top-Niveau. Und wenn man allgemein die zuletzt genommenen Werte hernimmt, muss man sagen, dass der Abstand zur internationalen Spitze geringer geworden ist", behauptete der 63-Jährige.
"Fußball ist viel schneller geworden"
Aufgrund der generellen Entwicklung des Fußballs ist es laut Holdhaus ohnehin unabdingbar, dass sich die ÖFB-Kicker in einem körperlichen Top-Zustand befinden. "Die Anforderungen sind größer, der Fußball ist viel schneller geworden. Daraus ergibt sich, dass sich auch die konditionellen Werte verändern müssen. Früher hatten wir einen Spitzenwert von knapp 10 gelaufenen Kilometern pro Spiel, heute liegt er bei 12 oder 13 Kilometern."
Neben Fußballern unterzieht Holdhaus auch Aktive aus den vielen anderen Bereichen seinen Tests, Parallelen etwa zwischen Ausdauer-Sportlern und Kickern zu ziehen, lehnt er aber entschieden ab. "Es ist völlig unmöglich, verschiedene Sportarten miteinander zu vergleichen. Man kann nicht einmal im Segeln die Werte von Laser- oder Tornado-Seglern vergleichen."
(apa/red)
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