6.5.2008 16:37

Ex-Lehrer zieht Fäden beim Fußballbund: Der ÖFB-General aus dem Klassenzimmer

  • Schulfußball & Journalismus: Alfred Ludwig im Porträt
  • Generalsekretär glaubt an Charakter der Nationalelf

Alfred Ludwig, den seine Freunde "Gigi" rufen, übte von 1970 bis 1981 den Beruf eines Hauptschullehrers aus. Doch seine Berufung galt seit jeher dem Fußball. Der Wiener spielte in seiner Jugend für den Nußdorfer AC und war später neben seiner Tätigkeit als Lehrer Freier Journalist der "Kronen Zeitung" - natürlich mit Schwerpunkt Fußball. Den Klassenzimmern sagte er bald Servus und verschrieb sich ganz seinem geliebten Sport. Als Generalsekretär des Österreichischen Fußballbundes (ÖFB) zieht er heute die Fäden.

In den Verband wurde der 57-Jährige am 1. September 1981 vom damaligen ÖFB-Boss und Bundesminister Karl Sekanina zunächst als Pressechef geholt und stieg ab 1. Jänner 1986 unter Sekanina-Nachfolger Beppo Mauhart zum "General" auf. Vor den ÖFB-Jobs hatte Ludwig als Gründungsmitglied dem Exekutivkomitee der AGM Schulfußball, für die er auch medial tätig war, angehört. Als ÖFB-Generalsekretär, der seit 1998 auch Geschäftsführer der 100-Prozent-ÖFB-Tochter Austrian Football Marketing GmbH (AFM) ist, organisierte er an die 100 Heimländerspiele.

Der ÖFB-Macher fehlte dabei nur ein einziges Mal wegen seiner Teilnahme an einem UEFA-Kongress und zwar am 26. März 2003 in Graz gegen Griechenland (2:2). Den Höhepunkt seiner Karriere wird der hochrangige Funktionär bei der EM-Endrunde im Juni erleben: "Das ist das Größte, was wir je gemacht haben. Obwohl die EURO 2008 S.A. 90 Prozent der operativen Dinge innehat, sind wir für die UEFA der Ansprechpartner. Wir müssen unsere Rolle als Gastgeber perfekt spielen", betont Ludwig, der stolz darauf ist, dass beinahe alle Projekte des erstellten Ideenkataloges umgesetzt wurden.

"Die Mannschaft braucht ein Erfolgserlebnis"
Dass der Fußball-Experte Patriot ist, versteht sich von selbst, und so setzt er großes Vertrauen in Josef Hickersberger und dessen Teamspieler. "Ich traue ihnen für die EM viel mehr zu als manch andere glauben. Ich kenne die Mannschaft sehr gut, sie braucht ein Erfolgserlebnis. Wenn sie im ersten Gruppen-Spiel gegen Kroatien ungeschlagen bleibt, kann sie befreit aufspielen. Der Kern, die Kameradschaft und Charakter des Teams stimmen", sagt Ludwig, der im Endspiel zwei der großen Vier, Deutschland, Italien, Frankreich und - sofern sie die "Horror"-Gruppe überstehen - die Niederlande, erwartet. Als Europameister tippt er auf die Deutschen. (apa/red)

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6.5.2008 16:37
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