13.5.2008 12:24

Streit um Übertragungsrechte: Polnischer TV-Sender steht unter Korruptionsverdacht

  • Polsat hält die Übertragungsrechte für alle EM-Spiele
  • Schmiergeld für öffentlich-rechtlichen Sender TVP?

In Polen trübt ein Korruptionsverdacht die Vorfreude auf die Europameisterschaft: Der Pay-TV-Sender Polsat, der die Übertragungsrechte für alle 31 Spiele der EURO 2008 besitzt, steht unter Verdacht, Schmiergeld gezahlt zu haben. Jakob Rutnicki von der rechtsliberalen Regierungspartei "Bürgerplattform" (PO) vermutet "unehrliche Vorgänge bei der Rechtevergabe" und will die Spiele zurück ins öffentliche Fernsehen holen.

Der Privatsender Polsat hat für die Übertragungsrechte sämtlicher Spiele der EURO 2008 rund 15 Millionen Euro an die UEFA überwiesen. Mittlerweile verhandelt Polsat aber mit dem öffentlich-rechtlichen Sender Polens, der TVP, über einen Weiterverkauf der Rechte für einige ausgewählte Spiele. Nach inoffiziellen Informationen müsste die TVP für die Rechte an diesen Spielen jedoch ungefähr die selbe Summe zahlen wie Polsat für alle 31 EM-Spiele bezahlt hat. Dies könnte genau das Kalkül des Privatsenders gewesen sein, vermutet Jakob Rutnicki, "mit normaler Logik sind diese Vorgänge jedenfalls nicht mehr erklärbar".

Schmiergeld an TVP-Funktionäre?
Der Politiker fragt sich weiter "ob die Funktionäre des öffentlichen Fernsehens Dilettanten seien" oder "es da irgendeine Absprache gegeben hat". Rutnicki darf sich auf die Unterstützung seiner Parteikollegen verlassen, man will alles dafür tun, damit die Spiele im öffentlichen Fernsehen TVP gezeigt werden. Der Protest der Abgeordneten hat auch bereits eine erste Wirkung gezeigt: Die Chefs der betroffenen Fernsehsender sind für Donnerstag zum Anti-Korruptionsbeauftragten der Regierung geladen. Der Verdacht, den in Polen bisher niemand ausspricht: Funktionäre des TVP könnten von Polsat geschmiert worden sein und am Weiterverkauf der Übertragungsrechte mitverdienen.

(apa/red)

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13.5.2008 12:24
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