U2-Verlängerung bis zum Stadion eröffnet:
Fünf neue Stationen für Wiener Öffi-Fahrer
- Großer Ansturm am sonnigen Eröffnungstag
- U-Bahn-Opening auch ein politischer "Kick-Off"

·Enormer Andrang bei
Verlängerung der U2
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Ansturm: Jetzt KLICKEN!
·Wiener U-Bahn feiert 30-jähriges Jubiläum
1978 zwischen Karlsplatz & Reumannplatz 1. Fahrt
Kollektives U-Bahn-Schauen in Wien: Anlässlich der volksfestähnlichen Eröffnung der U2-Verlängerung hatte sich bereits am frühen Vormittag eine große Schar Schaulustiger bei der neuen Endstelle Stadion eingefunden, um den Feierlichkeiten beizuwohnen. Unter den Gästen fanden sich offenbar auch wahre Öffi-Fans: Oft in abgetragenen Trainingsanzügen und mit Digitalkamera bewaffnet, erzählten sie einander stolz von diversen U-Bahn-Eröffnungen.
"Wir waren schon bei zig U-Bahn-Premieren dabei, das letzte Mal bei der U1 in Leopoldau", bekundete ein betagterer Herr gegenüber der APA mit geschwellter Brust. "Und diese hier wird nicht die letzte sein", beeilte sich seine Ehefrau hinzufügen. Knapp einen Monat vor Anpfiff der Europameisterschaft war bei der Premierenfeier auch König Fußball prominent vertreten.
Das Wiener Sportamt öffnete heute den Sektor C des Happel-Stadions für die Allgemeinheit. Eigene Stände boten EM-Souvenirs an, Mitglieder des Vereins "Österreich am Ball" wurden gesichtet. Bei der jungen Bürgerschaft dürfte in Sachen EURO allerdings noch Informationsbedarf herrschen. So zeigte sich ein Bub nach wiederholter Lektüre des Wiener Linien-Slogans "Wir fahren zur EM" einigermaßen ratlos: "Omi, was heißt EM?"
Bier, Würstel und U-Bahn fahren
Für Frühschoppenstimmung rund um die Finalarena sorgten nicht nur Bier und Würstel, sondern auch "Heurigengarnituren" und ein Auftritt der Blasmusikkapelle der Wiener Linien. Für Leseratten war ein eigener Buchstand aufgebaut worden, der allerdings nur zwei Werke feilbot: "Die Linie U2" und - nicht mehr ganz druckfrisch - "Die Linie U1".
Grund für die beachtliche Besucherzahl dürfte nicht nur das freundliche Wetter gewesen sein, sondern auch die im Vorfeld verteilten Gratis-Tickets. Diese wurden bereits vor Wochen an alle Wiener Haushalte verschickt. Sie berechtigten am heutigen Samstag zu unbegrenzt vielen Fahrten im gesamten städtischen U-Bahn-Netz.
Viele Neugierige sahen aber auch nach ihrer persönlichen Premierenfahrt zwischen Schottenring und Stadion keinen Grund, nach Hause zu gehen: Schließlich wurde an allen fünf neuen Stationen den ganzen Tag über Musikprogramm auf Open-Air-Bühen geboten. Zahlreiche Bands unterschiedlicher Genres hatten sich angekündigt. Der Interpretenreigen reichte von Opus über Russkaja bis zu diversen Ex-Starmaniacs.
Politischer "Kick-Off" der Neubaustrecke
Verkehrsminister Werner Faymann und Wiens Bürgermeister Michael Häupl betonten nicht nur die Bedeutung des Ausbaus für die Erreichbarkeit der EM-Endspielarena Ernst-Happel-Stadion, sondern leiteten mit Hilfe des offiziellen UEFA-Finalballs "Gloria" den endgültigen "Kick-Off" zur U2-Neu ein.
Die violette U2 fahre zum Happel-Stadion, die grüne U4 zum Hanappi-Stadion, so Häupl. "Ich hoffe, das ist in Ordnung", versuchte der Bürgermeister launige Plänkeleien zwischen Rapid- und Austria-Anhängern am prominent besetzten Podium zu schlichten. Finanzstadträtin Renate Brauner freute sich, dass nun der Würstelstand beim Stadion vom Rathaus aus in wenigen Minuten erreichbar sei.
Faymann sprach von der "Wichtigkeit des Nahverkehrs" und wies daraufhin, dass die Wiener U-Bahn jährlich so viele Gäste wie die ÖBB im ganzen Bundesgebiet transportieren würde. Nach der durchaus pointierten Conference begaben sich die Politvertreter vor ein eigens aufgebautes Tor, um mit mehr oder weniger ausgeprägte Treffsicherheit die Betriebsaufnahme auf der U2-Verlängerung anzukicken. (APA/red)










