Hooligandatei für ein friedliches Fest: 100 österreichische Gewalttäter darin erfasst
- Ausländischen Risikofans wird die Einreise verweigert
- Experten mit den Sicherheitsvorkehrungen zufrieden
Das Sicherheitskonzept für die EURO 2008 steht. Mit einem Ausreiseverbot für Risikofans aus den Herkunftsländern sowie einem Einreiseverbot nach Österreich und Unterstützung durch szenekundige ausländische Beamte soll Österreich ein friedliches Fußballfest feiern. Die österreichische "Hooligandatei" steht, 100 Gewalttäter sind darin eingetragen. "In Deutschland befinden sich etwa 12.000 Personen in dieser Datei", sagte Jürgen Mathies, Leiter der Arbeitsgruppe für Kriminalitätsbekämpfung bei der WM 2006 in Deutschland.
Wie hoch die Zahl der ausländischen Risikofans tatsächlich ist, stehe noch nicht fest, sagte Innenminister Günther Platter. Bis Mitte Mai soll diese zur Verfügung stehen. "Es wäre blauäugig zu glauben, dass wir nur Ordnungsdienst verrichten werden. Es wird da und dort Schwierigkeiten geben, daher müssen wir Vorkehrungen treffen", betonte der Ressortchef. "Aber natürlich haben nicht die gesamten Hooligans Interesse, nach Österreich zu kommen", so der Minister. Mit den scharfen Sicherheitsvorkehrungen und dem Wiedereinführen der Grenzkontrollen soll verhindert werden, dass diese Personen überhaupt einreisen. Das ist wesentliches Ziel des Konzeptes.
Experten aus Deutschland, Belgien, England und Portugal haben die österreichische Strategie evaluiert und den Ergebnisbericht am Donnerstag in Wien an Platter überreicht. "Die Kommission ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die österreichischen Behörden und Institutionen gut aufgestellt sind. Das Sicherheitskonzept behandelt alle wesentlichen Aspekte", erläuterte Mathies.
Unterstützung aus dem Ausland
Das auf Dialog und Deeskalation ausgerichtete Handlungsprinzip der Polizei werde wesentlicher Grundstock für eine friedliche Atmosphäre sein. Die internationale Zusammenarbeit, besonders der Datenaustausch und die Unterstützung durch ausländische Polizeikräfte, sei wesentlicher Faktor für die Bewältigung eines derartigen Großereignisses.
170 szenekundige Beamte aus allen Teilnehmerstaaten sind während der EM in Österreich im Einsatz. Exekutivbefugnisse werden aber nur Beamte aus Deutschland (850 Unterstützungskräfte) haben. Alle anderen sind zwar uniformiert, aber nicht bewaffnet, sagte Platter.
Während der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland wurden 7.200 Straftaten verübt, 430 freiheitsentziehende Maßnahmen bei Krawallen in Dortmund gesetzt. In Relation dazu stehen 14 Millionen Zuschauer auf öffentlichen Plätzen und 3,2 Millionen Stadionbesucher. In Österreich wird mit 2,5 Millionen Fußballfans in Public Viewing-Bereichen abseits des Stadions gerechnet.
(apa/red)











