Verkehrskonzepte für Austragungsorte fix: Städte setzen auf öffentliche Verkehrsmittel
- Appell an Besucher, Autos an Stadtgrenze zu lassen
- Zusätzliche Beschilderungen für Autos und Fußgänger

·Wiener U-Bahn-Zug
"dressed in EURO"
EM-Look im Endspielort
auf Linie U3 unterwegs
·Wissenswertes: Die EURO 2008 von A bis Z
Klicken: Über Alphörner, Joker und Käsekrainer
·EURO-Grafik: Die Fanzone in Wien
Vom Rathausplatz über den Ring zum Heldenplatz
·EURO-GRAFIK: Die Fanzone in Innsbruck
Abfeiern vom Hofgarten bis zur Salurner Straße
·EURO-Grafik: Die Fanzone in Salzburg
Mozart-, Residenz- und Kapitelplatz um den Dom
·EURO-Grafik: Die Fanzone in Klagenfurt
Aufgeteilt auf den Neuen Platz und Messegelände
Die Fußballfans können kommen. Die Verkehrskonzepte der vier EURO Host Citys, Wien, Klagenfurt, Salzburg und Innsbruck, stehen. Generell appelliert man an die Besucher, wo immer es geht, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benützen. Damit das Leitsystem funktionieren kann, sollten Autofahrer ab der Stadtgrenze auf Navigationsgeräte verzichten und sich auf die Wegweiser verlassen.
Informationen über die Routen zu den Austragungsorten sollen ausländische Fußballfans bereits an der Staatsgrenze erhalten.
Wien: Ringstraße gesperrt
In Wien, der größten Host City, sollen vier Haupteinfahrtsrouten den Individualverkehr so flüssig wie möglich halten. Von Westen über die Westautobahn (A1) auf die Wiener Außenring Autobahn (A21) und von dort weiter zum Knoten Vösendorf, wo man über die Südautobahn (A2) und die Südosttangente (A23) zum Stadion gelangt. Aus dem Süden kommend führt der Weg von der A2 über die A23 bis zum Handelskai.
Der Weg vom Osten bzw. vom Flughafen führt über die Ostautobahn (A4) zur Südosttangente und vom Norden besteht die Möglichkeit, entweder über die A23 oder die Donauuferautobahn (A22), die Brigittenauer Brücke und den Handelskai zum Stadion zu gelangen. Gratis-Parkplätze gibt es beim Krematorium/Simmeringer Hauptstraße, bei der Donauturmstraße und in Auhof (Schneeabladeplatz beim Novotel).
In der Wiener Innenstadt wird von 1. Juni bis 4. Juli 2008 die Ringstraße von der Babenbergerstraße bis zur Schottengasse gesperrt. Radverkehr, Fiaker, Stadtrundfahrten, Taxis und Touristenbusse werden auf Ausweichrouten fahren.
Die Straßenbahnlinien 1 und 2 werden zur Linie 1 zusammengefasst, die nur zwischen U2 Schottentor und der U-Bahn Station Karlsplatz geführt wird. Die Linie J verkehrt zwischen Erdbrustgasse und U6 Josefstädter Straße . Die Linie D wird über den Franz-Josefs-Kai umgeleitet.
In der größten EURO Host City hofft man auf die verlängerte U2. Am 10. Mai wird die neue Station "Stadion" eröffnet. Rund um das Stadion gibt es an Spieltagen ebenfalls geänderte Streckenführungen. Die Straßenbahnlinie 21 wird mit Eröffnung der Linie U2 eingestellt. Die Buslinie 84 A fährt an Spieltagen nicht zum Stadion, sondern über die Süd-Ost-Tangente. Der 77 A hat an den Spieltagen jeweils fünf Stunden vor Spielbeginn ab der Schüttelstraße eine andere Linienführung. Die Stadionallee wird fünf Stunden vor Spielbeginn gesperrt. In der Krieau herrscht generell Fahrverbot, die Meiereistraße wird teilweise gesperrt.
In den Bezirken 1, 6, 7, 8 und 9 wird ein Busfahrverbot verordnet. Um in das Gebiet einfahren zu können, benötigen Buslenker entsprechende Einfahrtskarten.
Für den Wiener Nah- und Regionalverkehr schafft die ÖBB während der EURO zusätzliche Zugsverbindungen. Aufgestockt werden die Nordbahn, Laaer Ostbahn, Nordwestbahn, Ostbahn, Südbahn und Schnellbahn-Stammstrecke.
Auch für Fußgänger und Radfahrer gibt es Maßnahmen. Der Fußweg ins Stadion wird beleuchtet, auch eine Beschilderung für Fußgänger ist vorgesehen. Für Räder wird es bewachte und gesicherte Abstellplätze geben.
Innsbruck: Kürzere Intervalle bei Buslinien
Nachdem in Innsbruck während der EURO 2008 keine Parkplätze zur Verfügung stehen, werden direkt an der Inntalautobahn (A12) (Kufstein-Landeck) in Zirl und Hall in Tirol 6.000 Park&Ride-Plätze errichtet. Von Hall bzw. Zirl aus bringen Shuttlebusse oder Shuttlezüge die Gäste im 15-Minuten-Takt in die Stadt, die Fahrtzeit beträgt zwölf Minuten.
In der Innsbrucker Innenstadt werden ab sofort die ersten Straßensperren verhängt. Mit der Beschilderung des "hochrangigen Straßennetzes" auf den Autobahnen wurde begonnen, berichtete der Sprecher der Innsbrucker Verkehrsbehörde auf APA-Anfrage.
Bei den innerstädtischen öffentlichen Verkehrsmittel werden die Linien O und 1 in den drei Wochen der EM mit verstärkten Taktzeiten verkehren. Sie fahren alle fünf Minuten und verbinden das Fan-Dorf im nördlich gelegenen Stadtteil Saggen mit der Fanmeile im Zentrum und mit der Public-Viewing-Zone am Bergisel im Süden der Stadt. Zusätzlich werden die Nightliner von Mitternacht bis 5.30 Uhr im Halbstundentakt verkehren.
Im regionalem Busverkehr sind 97 zusätzliche Busse vorgesehen, die ÖBB setzt während der EM 40 zusätzliche Züge ein. Damit es am Innsbrucker Bahnhof, dem Verkehrsknotenpunkt der Host-City, wo normalerweise alle Buslinien enden, zu keinem Kollaps kommt, wurden Durchmesser-Linien geschaffen, die zwar den Bahnhof anfahren, Passagiere aber nicht unbedingt umsteigen müssen. Gerechnet wird alle fünf Minuten mit einem Bus am Bahnhof. Damit der Verkehr in Innsbruck flüssig bleibt, werden zusätzliche Busspuren geschaffen.
Salzburg: Fußgängerleitsystem in Innenstadt
Auch in Salzburg lautet der Appell: Bitte in der Innenstadt auf das eigene Auto verzichten. "Die Innenstadt ist von den Bus- und Bahnknotenpunkten aus relativ leicht zu Fuß erreichbar", so Host City-Koordinator Wolfgang Weiss in einer Aussendung. Die Zufahrt für Reisebusse zur Fanzone soll über die Busterminals Nord (Paris Lodron Straße) und Süd (Erzabt Klotz Straße) abgewickelt werden. Nach dem Aussteigen der Passagiere werden die Busse auf kostenpflichtige (38 Euro) Busparkplätze geleitet.
Wer mit dem Auto kommen will, für den stehen 600 Stellplätze beim P&R-Platz Bergheim, 2.000 Stellplätze im P&R-Platz Urstein sowie 3.400 Parkplätze im Messezentrum zur Verfügung - dort wohl gemerkt aber nur an spielfreien Tagen. Die 3.400 Campingplätze rund um die Stadt werden als ausreichend eingestuft. Für die Radfahrer sollen 700 mobile Ständer aufgestellt werden, und ein Fußgängerleitsystem soll Verirrungen im "Labyrinth der Salzburger Innenstadt" vermeiden helfen. Insgesamt, so halten die Organisatoren fest, "werden Verkehrsbehinderungen während der EURO 2008 nicht ganz vermeidbar sein". Daher sollten die Salzburger - so die Bitte der Host City-Organisatoren - in der Innenstadt auf das eigene Auto verzichten.
Klagenfurt: Im Zentrum Sperre für Individualverkehr
Das Klagenfurter Verkehrskonzept sieht unter anderem die Sperre für den Individualverkehr in der Innenstadt vor. Am Ring rund um das Zentrum wird eine Einbahnregelung gelten. Busse sollen dann im Minutentakt im Uhrzeigersinn um den Klagenfurter Altstadtkern kreisen.
Die Planer unterteilen die individuell mit Autos anreisenden Fans in zwei Gruppen: Jene, die Karten haben und ins Stadion wollen sowie jene, die es in Fan-Zonen in der Innenstadt oder am Wörther See zieht. Der gesamte Verkehr fürs Stadion wird über den Autobahnknoten West-Minimundus geleitet. Die übrigen Gäste würden zum Knoten Klagenfurt-Ost gelotst.
Auch für einen motorisierten Ansturm aus dem Süden ist man gewappnet. Die kroatischen Fans, die über den Grenzübergang Loiblpass in Richtung Klagenfurt wollen, werden bereits weit vor dem sogenannten Südring abgefangen. Insgesamt werden 21.000 ausgewiesene Parkplätze zur Verfügung stehen.
(apa/red)
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